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STAR WARS – Episode 3: Die Rache der Sith [Rezension]

Drei Jahre dauern die Klon-Kriege bereits an, als die Separatistenbewegung ein riskantes Manöver unternimmt: Sie ziehen ihre Kräfte über Coruscant zusammen und überfallen die Hauptstadt der Republik. Im Zuge dieses Handstreichs gelingt es ihnen, den Obersten Kanzler Palpatine gefangen zu nehmen. Anakin Skywalker und Obi-Wan Kenobi werden zurückbeordert. Sie befreien den Kanzler und Anakin tötet Count Dooku. Leider entkommt der General der Separatistenarmee, ein Wesen, halb Droide, halb Mensch: Grievous.
Während die Jedi Obi-Wan allein losschicken, um nach diesem zu suchen, muss Anakin mit einer Reihe verwirrender Eindrücke fertigwerden: Padmé ist schwanger, er bekommt neue Alpträume, dass sie bei der Geburt des Kindes stirbt, auf Betreiben von Palpatine wird ihm ein Sitz im Rat der Jedi gewährt, allerdings ohne dass er zum Meister befördert wird. Die Jedi ahnen nicht, dass der letzte Schritt der Sith, die Falle für die Jedi zuschnappen zu lassen, kurz bevorsteht…
- Rezension
Teil 3 markiert die größte Not, in die die Galaxis im Verlauf der Saga stürzen wird. Nun endlich kommen all’ die kleinen Spiele ans Licht, nur dummerweise haben sich die Jedi so sehr gefangen nehmen lassen, dass sie sich nicht mehr befreien können. Ihr Untergang steht bevor. Und auch diesmal, bevor ich weitermache, die Warnung: Dies ist keine gewöhnliche Rezension, um die Motive der Episode zu ergründen, komme ich nicht umhin, Plotverläufe und zukünftige Entwicklungen – und damit verbundene eventuelle Überraschungen – offen zu legen. Lesen Sie bitte nur dann weiter, wenn Ihnen damit nicht zu viel verraten wird.
“Die Rache der Sith” beginnt handlungstechnisch, bildlich und musikalisch mit einem Paukenschlag. Nachdem das Vorwort vorbei ist, tauchen wir mitten ein in die Schlacht von Coruscant. Lucas’ Erzählart, eine Geschichte nicht am Anfang, sondern sozusagen “in medias res” zu beginnen, wird damit auf die Spitze getrieben. Anakin Skywalker und Obi-Wan Kenobi sind mit ihren Jägern mitten in der Schlacht und suchen das Schiff von General Grievous, um den entführten Kanzler Palpatine zu befreien. Dieser ist, wie Obi-Wan später erwähnt, mit seinen 13 Jahren Amtszeit weit über die übliche Zeit eines Regierungschefs der Republik hinaus. Nur durch Sonderverordnungen und -vollmachten ist ihm das gelungen, ein Treiben, das die Jedi mit zunehmenden Argwohn betrachten. Was dahinter steckt, nämlich dass Palpatine und der Sith-Lord Darth Sidious ein und dieselbe Person sind, erkennen sie nicht. Sie halten es lediglich für Manöver eines machtbesessenen Politikers, der seinen Stuhl nicht räumen will.
Nachdem Obi-Wan und Anakin in Grievous’ Schiff eingedrungen sind, finden sie den Kanzler – und treffen auf Count Dooku. Es kommt zum erneuten Duell zwischen den dreien. Dooku gelingt es, Obi-Wan außer Gefecht zu setzen, doch Anakins Kräfte sind in der Zwischenzeit gewachsen. Er überwindet den Sith-Lord und schlägt ihm die Hände ab. In dem Moment befiehlt Palpatine, Anakin sollte ihn töten. Schließlich sei er ein Sith und zu gefährlich, um am Leben zu bleiben. Anakin kämpft mit sich selbst, weil dieser Mord gegen den Kodex der Jedi verstößt, doch dann tut er es. Die Flucht gelingt allerdings nicht, und die Jedi werden mit dem neuen General der Separatisten konfrontiert: Grievous, einem ehemaligen Lebewesen, der jetzt zum größten Teil ein Droide ist. In der folgenden Auseinandersetzung gelingt ihm die Flucht, wobei er sein eigenes Flaggschiff dem Untergang geweiht zurücklässt. Anakin gelingt es jedoch, dieses mit einer Bruchlandung zu Boden zu bringen.
Auf Coruscant trifft Anakin auf Padmé, die ihm eröffnet, von ihm schwanger zu sein. Ihre heimliche Beziehung hat sich damit noch verkompliziert, doch Anakin freut sich, was sich kurz darauf ändert: Wie Jahre zuvor bei seiner Mutter bekommt er nun Visionen von Padmé, die stirbt – bei der Geburt des Kindes. Doch er ist wild entschlossen, sie zu retten.
Palpatine will Anakin wegen seiner besonderen Verdienste zu “Augen und Ohren der Republik” im Jedi-Rat machen. Er geht dabei sehr subtil vor. Einerseits versucht er, Anakins Gewissenskonflikt um den Mord an Count Dooku zu zerstreuen, andererseits sät er Zweifel gegenüber den Jedi. Anakin weiß, dass er gegen den Kodex der Jedi verstoßen hat, doch Palpatine bezeichnet es als eine “natürliche Reaktion”, er habe sich nur dafür rächen wollen, dass ihm Dooku den Arm abgeschlagen hat. Wieder sieht man Palpatines / Sidious’ Talent, Leute zu seinen Gunsten in die Irre zu führen: Er redet Anakin ein, dass es sein Wunsch gewesen sei, Dooku zu töten, obwohl er es erst getan hat, nachdem der Kanzler ihn dazu angestachelt hatte. Diese seine eigene Rolle bei der Sache lässt er allerdings unter den Tisch fallen. Zweifel gegenüber den Jedi sät Palpatine, indem er diese verdächtigt, einen Staatsputsch zu planen und behauptet, er halte lediglich Anakin für vertrauenswürdig genug, deswegen solle er den Sitz im Rat erhalten und ihn warnen, falls die Jedi etwas gegen die Republik planen.
Natürlich weiß Palapatine, dass die Jedi von seinem Vorstoss nicht sehr erfreut sind, aber das ist sogar eingeplant. Denn so fügen sich die Jedi seinem Wunsch, aber sie verweigern Anakin die Ernennung zum Meister. Als kurz darauf zur Sprache kommt, dass Obi-Wan nach General Grievous suchen soll, verwehren sie ihm diesen Auftrag. Anakin ist wütend und enttäuscht, obwohl Obi-Wan ihn zu beruhigen versucht. Er sei das jüngste Mitglied im Rat der Jedi, darauf solle er stolz sein.
Weiter verunsichert wird Anakin durch ein Gespräch mit Meister Yoda. Er führt dies wegen seiner Visionen um den Tod von Padmé. Doch anstatt ihm erwartungsgemäß einen Rat zu geben, was er tun kann, um diese Ereignisse zu verhindern, sagt ihm Yoda, dass man um die, die in die Macht eingehen, nicht trauern soll. Das widerspricht Anakins Gefühl, und in die Lücke springt mal wieder Palpatine, der von Darth Plagues dem Weisen erzählt. Er habe die Midichlorianer so manipulieren können, dass sie Leben erschufen, womit er das Sterben der Menschen verhindern konnte. Als Anakin nachfragt, ob man diese Fähigkeit lernen könnte, antwortet der Kanzler: “Jedenfalls nicht von einem Jedi.”
Die Jedi hingegen begehen einen weiteren Fehler, indem sie umgekehrt Anakin auf den Kanzler ansetzen. Sie misstrauen ihm, geben sie unumwunden zu, und wollen wissen, was passiert, wenn der Krieg wirklich beendet wird – ob Palpatine dann alle seine Sondervollmachten wie versprochen wieder zurückgebe. Doch damit “bestätigen” sie das Misstrauen, das Palpatine schon zuvor ausgesprochen hat: die Jedi planen eine Verschwörung, die Republik zu übernehmen. Sie verstoßen damit auch gegen ihre eigenen Regeln, nicht in die Politik einzugreifen, genauso wie es die Sith geplant haben. Die Sith haben die Jedi dadurch, dass einer der ihren im höchsten politischen Amt sitzt, quasi dazu gezwungen, gegen den eigenen Kodex zu handeln. Dadurch wird es später einfacher, gegenüber dem Volk und den Senatoren zu behaupten, die Jedi hätten einen Aufstand geplant.
Obi-Wan reist unterdessen nach Utapau, wo er Grievous stellt und töten kann. Anakin wird auf Coruscant beauftragt, dem Kanzler die Botschaft zu übermitteln. An seiner Reaktion darauf wollen sie ablesen, was zu tun ist. Palpatine überrascht Anakin mit sehr viel Wissen um die dunkle Seite der Macht – und da erkennt er, dass er Darth Sidious vor sich hat. Er meldet seine Erkenntnis dem Jedi-Rat weiter. Wieder zeigt der Sith-Lord höchste Flexibilität in seinem Plan: Zuerst lässt er seinen Schüler Dooku töten, weil ihm klar war, dass Anakin sehr viel machtvoller sein wird, nun überlässt er Anakin scheinbar die Entscheidung, ob er zum Rat geht oder nicht. Ihm ist bewusst, dass Anakin zwischen zwei Welten schwankt und er pokert hoch. Anakin geht in der Tat zu Mace Windu und teilt ihm mit, was er herausgefunden hat. Mace geht mit einigen Jedi zum Kanzler, um ihn festzusetzen. Dieser lässt dabei alle Masken fallen und verteidigt sich mit einem Laserschwert, das er hervorragend zu führen versteht.
Anakins innerer Konflikt ist indessen auf dem Höhepunkt. Er quält sich mit seiner Entscheidung. Einerseits ist er ein Jedi – andererseits will er Padmé retten. Schließlich bricht auch er zum Büro des Kanzlers auf. Dort angekommen ist dieser von Mace Windu in die Enge getrieben worden. Seine Machtblitze werden vom Laserschwert des Jedi-Meisters zurückgeworfen und entstellen ihn. Windu will den Sith töten, da er zu gefährlich sei, um am Leben zu bleiben. Anakin will ihn lebendig, um wenigstens die Chance darauf zu haben, von seinem Wissen um Leben und Tod für Padmé zu profitieren. Er hält Windu auf, indem er ihm beide Hände abschlägt, worauf Sidious den Jedi-Meister aus dem Fenster seines Büros in die Straßenschluchten von Coruscant schleudert.
An diesem Punkt hat sich alles so weit kummuliert, dass Anakin bereit ist, sich für die dunkle Seite zu entscheiden. Sidious benutzt auch immer noch Tricks, indem er beispielsweise behauptet, wenn Anakin die Separatisten vernichtet (die der Sith ja selbst angestachelt hat), herrsche endlich Frieden in der Galaxis. Die Jedi erklärt er zu Feinden der Republik und schickt Anakin mit einigen Klon-Batallionen in den Jedi-Tempel. Gleichzeitig lässt er an alle in der Galaxis verteilten Truppen die “Order 66″ ausgeben. Dieser geheime Befehl war den Klon-Truppen während ihrer Herstellung auf Kamino einprogrammiert worden. Sie wenden sich damit gegen die sie befehlenden Jedi und töten sie. Nur Yoda, der einen Feldzug auf Kashyyk geleitet hat, entkommt mit Hilfe der dort lebenden Wookiees, sowie Obi-Wan, der bei einem Schuss aus dem Hinterhalt knapp verfehlt und für tot gehalten wird.
Zurück auf Coruscant müssen die beiden von Anakins Taten erfahren, der im Jedi-Tempel selbst die Jünglinge nicht verschonte. Yoda bestimmt, dass es Obi-Wans Aufgabe sei, seinen ehemaligen Schüler aufzuhalten, während er selbst Sidious konfrontieren werde. Selbiger ist gerade dabei, eine Rede vor dem Senat zu halten. Er bezichtigt die Jedi der Kollaboration und des Verrats der Republik und verkündet gleichzeitig die Umformung dieser in das erste “Galaktische Imperium”, dessen Imperator er sein wird. Die Senatoren spenden Beifall, was Padmé zu der entsetzten Feststellung treibt: “So geht die Demokratie unter. Mit tosendem Applaus!”
Die Beispielse ähnlicher Situationen in der Geschichte der Menschheit sind vielfältig, wenngleich es natürlich kein direktes Vorbild gibt. Die wenigsten Anführer, die sich schließlich zu Tyrannen entwickelten, hatten ihre Machtübernahme so minutiös geplant. Meistens war es der Fall, dass sie am Anfang noch tatsächlich aus höheren Motiven handelten, dann aber von der erlangten Macht so berauscht waren, dass sie sie nicht mehr abgeben wollten. “Cäsaren-Wahn” nennt man so was auch, und das gibt es im großen wie im kleinen. Prominentestes Beispiel für eine solche Machtübernahme, die tatsächlich auch von vorneherein einem Plan folgte, ist sicherlich Adolf Hitler, dessen Partei das deutsche Parlament zunächst mit Verfahrensfragen blockierte und dann Schritt für Schritt die Macht an sich riss, bis das “Dritte Reich” ausgerufen wurde. Wieder griff hier – wie auch bei Palpatine – das Argument, dass Demokratie viel zu kompliziert sei, weil es so viele Leute mit so vielen Meinungen gäbe, und dass es sehr viel einfacher wäre, wenn ein starker Mann alle Staatsgeschäfte regelt, ohne dass ihm jemand reinredet.
Nachdem er sich zum Imperator erklärt hat, wird Palpatine von Yoda konfrontiert. Das Duell geht unentschieden aus, auch wenn die beiden dabei den halben Senat zerlegen. Yoda kann Palpatine nicht besiegen und flieht mit Hilfe von Senator Bail Organa von Alderaan.
Obi-Wan spricht mit Padmé und erzählt ihr von Anakins Taten. Besorgt folgt diese Anakin zum Planeten Mustafar, wo dieser die Anführer der Separatisten ermordet hat. Obi-Wan fliegt als blinder Passagier in ihrem Schiff mit. Als Anakin ihn sieht, verdächtigt er Padmé, sich auch gegen ihn gewandt zu haben. Er würgt sie, als er sie loslässt, bleibt sie bewusstlos liegen. Es kommt zunächst zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen ihm und Obi-Wan, der beide Seiten nochmal aufzeigt. Obi-Wan wirft Anakin vor, er habe sich manipulieren lassen, worauf Anakin die Jedi der Lüge bezichtigt. Wütend bezeichnet er Padmé quasi als sein Eigentum (“Ihr habt sie gegen micht aufgehetzt!” – “Ihr werdet sie mir nicht wegnehmen!”), Obi-Wans Einwand, dass sein Verhalten das bereits getan hätte, wischt er beiseite (“Erteilt mir keine Lektion!”). Er brüstet sich damit, Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für “sein” neues Imperium gebracht zu haben. Obi-Wan erwidert, seine Loyalität läge bei der Republik und der Demokratie. Zum zweiten Mal geht Anakin auf sein Argument nicht ein: “Wenn Ihr nicht auf meiner Seite steht, dann seid Ihr mein Feind!” Damit macht er klar, dass das Duell nicht mit Argumenten auszutragen sei. Wenn Obi-Wan nicht seine Ansicht teilt, ist er sein Feind. Basta! Damit beginnt das berühmte Duell zwischen Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker, einer der Dreh- und Angelpunkte der STAR-WARS-Saga.
Bei dem Duell stolpert Anakin über seine Selbstüberschätzung. Obi-Wan ist ihm tatsächlich überlegen, dennoch bringt er es nicht über sich, ihn zu töten, als er ihn schwer verletzt hat. Die Hitze eines Lavastroms setzt ihn schließlich in Brand. Obi-Wan hält ihn für so gut wie tot, nimm sein Laserschwert mit und verlässt den Ort mit der ebenfalls verletzten Padmé.
Nun kommt es zu einer sehr symbolischen Geburtsszene: Während Padmé ihre Kinder auf die Welt bringt (es sind Zwillinge, wie sich überraschend herausstellt) und ihnen den Namen Luke und Leia gibt, wird Anakin in einem Behandlungsraum von Medo-Droiden versorgt. Seine abgetrennten Gliedmaßen werden durch mechanische Implantate ersetzt, seine Atmung durch ein Lebenserhaltungssystem unterstützt und sein verbranntes Gesicht hinter einer schwarzen Maske versteckt. Aus Anakin Skywalker ist endgültig Darth Vader geworden. Und wie er es vorausgesehen hat, stirbt Padmé kurz nach der Geburt an gebrochenem Herzen. Ihre Kinder aber leben, Leia wird von Senator Organa adoptiert und Luke zu Owen Larrs und Beru nach Tatooine gebracht. Obi-Wan wird in seiner Nähe bleiben und auf ihn achten. Yoda geht auf einen Sumpfplaneten namens Dagobah ins Exil. Und das neue “Galaktische Imperium” beginnt mit dem Bau einer Superraumstation von der Größe eines kleinen Mondes.
Alles, was die Jedi versucht haben, hat sich in dieser Episode gegen sie gewendet. Selbst die Klone, die die Republik so bereitwillig eingesetzt hat, obwohl ihre Herkunft mehr als zweifelhaft war. Vielfach wurden die Fallstricke von ihren eigenen, starren Regeln gezogen, die sie dann gezwungen waren zu brechen. So gesehen hat sich die Prophezeiung des Auserwählten schon zur Hälfte erfüllt, wenn auch auf eine sehr grausame Weise. Wenn in den nächsten drei Episoden die Sith zu Fall kommen, wird es danach die Aufgabe der Erben der Jedi sein, einen neuen Orden aufzubauen, der keine so strikte Einteilung nach heller und dunkler Seite vornimmt. Denn jeder Mensch hat beides in sich, Licht und Schatten. Eine Seite davon abzulehnen bedeutet, sich selbst abzulehnen. Man muss lernen, damit umzugehen. Und außerdem ist es nicht so, dass man einmal eine Entscheidung für eine Seite trifft, die dann das ganze Leben beeinflusst. Die Entscheidung muss man ständig treffen. Man ist nicht gefeit vor der einen oder der anderen Seite. Das leugnen wir im wahren Leben gern, genauso wie es die Jedi geleugnet haben. Selbst Obi-Wan gab zu, Gefühle entwickelt zu haben, brüderliche Gefühle für Anakin Skywalker. Seine Enttäuschung, ja seine Wut darüber, dass Anakin sich der dunklen Seite angeschlossen hat, ist ihm deutlich anzumerken. Und die Gefühle sind es auch, die ihn daran hindern, selbst Hand an den schwer verletzten Schüler zu legen. So überlebt Darth Vader, damit er letztlich den Imperator zu Fall bringen kann. Erst dann ist der Ausgleich erreicht – und man kann nochmal neu anfangen.
Die Episoden 1 bis 3 sind von manchen Fans sehr hart kritisiert und abgelehnt worden. Ich persönlich denke, dass das jeder mit sich selbst ausmachen sollte. Es ist die Wiedergabe vieler bekannter Motive aus der wirklichen Welt in einer Galaxis “weit, weit von hier entfernt”. Insofern sind die Episoden 1 bis 3 sogar vielschichtiger als 4 bis 6. In 4 bis 6 waren die Fronten nämlich sehr deutlich und klar gezeichnet, die Geschichte eingeteilt in “gut” und “böse”. In 1 bis 3 kann man sich nie zu sicher sein. Wie ich zu Beginn dieser Rezensionsreihe schon erwähnte, hängt das vermutlich mit George Lucas’ persönlicher Entwicklung zusammen. Die Episoden 1 bis 3 sind im letzten Schliff nochmal geprägt worden von unserer Gegenwart.
Man muss sie nicht mögen, Kritikpunkte gibt es sicher viele. Aber das ist weder ein Grund noch eine Rechtfertigung für die teilweise groben Beleidigungen, die hier die Runde machen. Das erinnert ja fast an die schlimmsten Zeiten des Konflikts “Star-Wars-Fans gegen Star-Trek-Fans”.
Mit dieser Geschichte war die erste Trilogie abgeschlossen. Ungefähr 20 Jahre sollte die Galaxis unter der Herrschaft des Imperiums leiden, bevor die Handlung von Episode 4 einsetzt und deren Untertitel zufolge “Neue Hoffnung” bringt. Mehr Ereignisse von diesem Zeitraum soll uns eine Serie nahebringen, die demnächst produziert werden soll. Da darf man gespannt sein.
Die Saga ist noch lange nicht beendet…
STAR WARS – Episode 2: Angriff der Klonkrieger [Rezension]

Zehn Jahre nach den Kämpfen um Naboo: Die Handelsföderation hat die Schmach nicht vergessen, die man ihr zugefügt hat. Aus dem Aufstand ist eine Bewegung der Separatisten geworden. Immer mehr Systeme wenden sich gegen die Republik. Der Senat diskutiert die Möglichkeit, eine große Armee aufzustellen, um die Separatisten zu bekämpfen. Als die Senatorin Amidala von Naboo auf Coruscant eintrifft, wird sie beinahe Opfer eines Attentats. Zu ihrem Schutz werden die Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker abgestellt, die ein weiteres Attentat verhindern können. Dabei kommen sie einem Kopfgeldjäger auf die Spur, der Kontakt zu den Hintermännern haben könnte.
Deswegen müssen sich die Jedi trennen: Obi-Wan verfolgt eine Spur, die ihn nach Kamino bringt, wo eine gewaltige Armee aus Klonen geschaffen wurde. Angeblich wurde die Armee von dem Jedi-Meister Sifo-Dyas für die Republik über zehn Jahre zuvor in Auftrag gegeben. Sifo-Dyas war zu dem Zeitpunkt aber bereits tot. Obi-Wan hat einen Kopfgeldjäger namens Jango Fett im Auge, der das genetische Material für die Klone spendete.
Anakin Skywalker begleitet Amidala auf ihren Heimatplaneten. Während sie untertaucht, um weiteren Attentätern kein Ziel zu bieten, soll er ihr Beschützer sein. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Romanze, die aber von Alpträumen überschattet wird, die Anakin von seiner Mutter hat. Schließlich brechen er und Amidala nach Tatooine auf, um nach ihr zu suchen.
Auf Coruscant wird die Lage kritisch, als die Jedi eine Botschaft von Obi-Wan empfangen, der dem Kopfgeldjäger Fett nach Geonosis gefolgt ist. Offenbar sind die Separatisten gerade dabei, eine riesige Droidenarmee aufzustellen, die in einen Krieg gegen die Republik geführt werden soll. Da es keine Armee der Republik gibt, lässt sich Kanzler Palpatine über einen geschickten Schachzug Sondervollmachten durch den Senat erteilen, um eine solche aufzubauen. Damit ist auch klar: Die Republik braucht die Klone von Kamino…
- Rezension
Episode 2 ist das Mittelstück der Geschichte, die die Prequels erzählen, und damit in einer etwas undankbaren Position. Im Mittelstück kommt traditionell die größte Not zum Tragen, die normalerweise mit dem letzten Teil wieder aufgelöst wird. Das geht hier aber nicht, denn die Auflösung von Episode 3 ist eigentlich der absolute Niedergang. Bevor ich fortfahre, auch hier wieder der Hinweis: Da dies eine sehr ausführliche Betrachtung dieser Episode ist, komme ich nicht umhin, Plotverläufe aus zukünftigen Episoden – und damit verbundene Überraschungen – offen zu legen. Sollten Sie also tatsächlich die Filme noch nie gesehen haben und sich überlegen, ob Sie das mal tun sollten, ist diese Rezension für Sie nicht so sehr geeignet. Entscheiden Sie selbst, ob sie weiterlesen wollen.
Sie sind noch da? Schön, machen wir weiter.
Zehn Jahre sind seit dem Ende von Episode 1 vergangen, zehn Jahre, in denen sich die Situation nicht zum Besten gewendet hat. Im Gegenteil, die Handelsföderation sinnt auf Rache für die Schmach vergangener Tage. Gleichzeitig schließen sich immer mehr Republikwelten den Separatisten an. Padmé Amidala, die mittlerweile nicht mehr Königin von Naboo ist, sondern für ihren Heimatplaneten im Senat spricht, lehnt jedoch eine Idee gänzlich ab: Die Aufstellung einer großen Armee der Republik. Sie befürchtet einen endlosen Bürgerkrieg, wenn das geschieht und setzt weiter auf Verhandlungen. Deswegen kommt sie am Anfang von Episode 2 persönlich nach Coruscant, um im Senat eine Rede zu halten. Dabei fällt sie beinahe einem Attentat zum Opfer.
Kanzler Palpatine ist (vorgeblich) in Sorge: Padmé will sich von dem Attentatsversuch nicht einschüchtern lassen. Auf sein Drängen akzeptiert sie es schließlich, dass zwei Jedi zu ihrem Schutz abgestellt werden: Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker. Der Gedanke, Amidala wieder zu begegnen, macht Anakin nervös. Einerseits wartet er sicher seit zehn Jahren darauf, anderer bereitet es ihm Unbehagen, dass sein so lang gehegter Wunsch endlich Erfüllung geht. Sehr deutlich wird das dabei, dass er bei der Begegnung in alte Verhaltensmuster zurückfällt. Als Padmé von dem Attentat erzählt, verspricht Anakin ihr, den Attentäter ausfindig zu machen. Obi-Wan widerspricht heftig; das sei nicht ihr Auftrag. Anakin versucht, wie in Episode 1, Padmé zu beeindrucken. Damals tat er es mit dem Droiden und dem Podrenner, diesmal damit, dass er ihr seine Tatkraft unter Beweis stellt und sie beschützen will. Der Beschützerinstinkt ist sehr stark in Anakin, was noch Komplikationen geben wird, in dieser Episode, wenn es um seine Mutter geht; und in Episode 3, wenn es um Padmé geht.
Der junge Padawan ist aber gleichzeitig sehr enttäuscht. Padmé hat ihn kaum wiedererkannt, und ganz bestimmt hat sie ihn nicht so vermisst, wie er sie. Während er vor der Tür ihres Quartiers noch mit Obi-Wan diskutiert, schwebt ein Droide von außen an ihr Fenster und lässt zwei giftige Tiere, die Tausenfüsslern ähneln, in den Raum gleiten. Die Jedi können die Tiere im letzten Moment töten; als Obi-Wan den Schwebdroiden entdeckt, springt er aus dem Fenster und hängt sich an diesen in der Hoffnung, er werde ihn zum Attentäter führen. Doch dieser Attentäter, ein Changeling (Wechselbalg) mit Namen Zem Wessel, kann in einem Schwebgleiter entkommen. Als kurz darauf Anakin mit einem weiteren Gleiter eintrifft, kommt es zu einer wilden Verfolgungsjagd, die in einer Bar endet. Obi-Wan überwältigt Zem und bringt sie nach draußen. Sie weigert sich zunächst, die Hintermänner preiszugeben, als Anakin sie wütend anbrüllt, will sie reden – wird aber von einem Unbekannten in einer Schutzrüstung erschossen.
In der Szene wird Anakins teilweise unbeherrschter Charakter zum Ausdruck gebracht. Mehrmals bereits hat ihn Obi-Wan tadeln müssen. Denn Anakin, der ohne Vater aufgewachsen ist, hat ein sehr deutliches Problem mit Vaterfiguren und ist sehr schnell bereit, gegen diese zu rebellieren. Kanzler Palpatine – Darth Sidious – macht sich das zunutze, er ist der einzige, der Anakin ermutigt und fördert. Nach dem Attentat soll Amidala als Flüchtling getarnt anonym auf ihren Heimatplaneten zurückkehren. Palpatine setzt sich dafür ein, dass Anakin sie als ihr Beschützer begleiten soll – und hat Erfolg. Das hinterlässt bei Anakin natürlich bleibenden Eindruck. Alle anderen kritisieren ihn, manche Jedi haben sogar Angst vor ihm, nur Palpatine will ihm augenscheinlich Gutes tun. Der junge Padawan hat in seiner Kindheit nicht gelernt, dass ein Vater nicht immer nur nachgebend sein kann, sondern auch mal streng sein muss – so wie Obi-Wan. Stattdessen sieht er in seinem Mentor jemanden, der versucht, ihn zu bremsen.
Auf Naboo kommen sich Anakin und Padmé näher. Auch hier verfällt Anakin zuerst wieder in sein altes Verhaltensmuster, indem er versucht, Padmé mit seinen Jedi-Künsten zu beeindrucken. Bei einem Picknick im Grünen reden beide über unverfängliche Dinge, kommen aber auch auf die Politik zu sprechen. Hierbei zeigt sich Anakins Ansicht von Politik, die so einfältig wie konsequent ist: Wenn Politiker nicht fähig sind, sich zu einigen, was das beste für das gesamte Volk ist, sollte sie jemand zu einer Einigung zwingen, jemand, der Weise ist. Als Padmé einwirft, dass das sehr nach einer Diktatur klingt, meint Anakin lapidar: “Na ja. Wenn es funktionert…” Die Senatorin ist verunsichert, kurz darauf aber bereit, alles für einen Scherz zu halten. Aber so scherzhaft war das gar nicht gemeint. Immerhin hat die gleiche Politikverdrossenheit schon so manchem Diktator den Weg geebnet. Demokratie, so wird stets argumentiert, funktioniert nicht, weil es zu viele Meinungen und Ansichten gibt. Es braucht immer einen, der die Richtung vorgibt. Dass aber dieser Einzelne erst recht nicht nach dem entscheidet, was das beste für das gesamte Volk ist, wird bei einer solchen Argumentation gern unter den Tisch fallen gelassen. Natürlich kommt eine Diktatur auch den Ansichten der Sith entgegen, für die ja die Macht des Einzelnen zählt. Dadurch, dass die Sith die Separatisten anstacheln, versuchen sie, den Boden vorzubereiten für eine Diktatur, indem sie vorgeblich beweisen können, dass die Demokratie versagt hat und es einen “starken Mann” braucht, die Völker der Republik zusammen zu halten.
Dann kommt es zu der Szene, die unter den Fans wohl am häufigsten diskutiert wurde: Anakin gesteht Padmé seine Liebe. Hölzern sei das, wurde behauptet, George Lucas könne alles, nur keinen Text für eine solche Szene schreiben. Ist das wirklich so? Holen wir uns nochmal zurück: Anakin hat Padmé zehn Jahre lang aus der Ferne verehrt. Er hat nie eine Beziehung gehabt, da Jedi das ja nicht haben dürfen. Er hat keine Erfahrung mit dem anderen Geschlecht und die Schwärmerei oder Verliebtheit eines Neunjährigen in einer absolut verklärten Vorstellung von Romantik in seine Jugend und das frühe Erwachsenenleben herüber gerettet. Möglicherweise gab es viele Momente, in denen er sich in seiner Fantasie ausgemalt hat, wie es sein wird, wenn er ihr ihre Liebe gesteht. Womöglich hat er den Text sogar “einstudiert”, weil er im entscheidenden Moment alles richtig machen wollte. Unter diesen Gesichtspunkten ist die Szene richtig, auch die kitschige Umgebung passt genau in das Bild hinein.
Interessant ist Padmés Reaktion an der Stelle. Sie sagt nie, dass eine Beziehung zwischen den beiden keine Chance hätte, weil sie nicht das gleiche für ihn empfindet. Sie nennt rationale Gründe, sie wären gezwungen, ihre Beziehung zu verheimlichen und müssten eine Lüge leben. Falls Padmé an der Stelle noch keine starken Gefühle für Anakin hatte, stolpert sie möglicherweise über ihre eigene Rationalität. Die Beziehung darf nicht sein, aber was nicht sein darf, ist stets von besonderem Reiz. Vielleicht macht sie sich auch noch viele andere Gedanken, etwa über den Altersunterschied, letztlich kann sie aber nicht entkommen. Denn ihr Herz hat seinen eigenen Kopf. Und auch wenn die beiden “beschließen”, dass sie keine Beziehung haben wollen, Gefühle lassen sich nicht “wegentscheiden”.
Vorerst aber gibt es eine Art von Ablenkung in Form von Anakins Alpträumen, die dieser seit einiger Zeit hat. Seine Mutter kommt darin vor, und er hat große Angst um sie. Schließlich brechen er und Padmé nach Tatooine auf, um nach ihr zu sehen. Doch als sie die Werkstatt von Wattoo in Mos Espa aufsuchen, erfahren sie, dass er Shmi Skywalker verkauft hat – an den Feuchtfarmer Cliegg Lars. Empört berichtet Wattoo, dieser habe ihr die Freiheit geschenkt und sie sogar geheiratet. Als der Jedi und die Senatorin bei Lars’ Feuchtfarm ankommen, lernen sie dessen Sohn Owen Lars und seine Freundin Beru kennen. Owen ist zu Anakin sowas wie ein Halbbruder – aber nur sehr weit gefasst, denn er ist lediglich Shmis Stiefsohn und kein leibliches Kind, also mit Skywalker nicht verwandt. Von Cliegg Lars erfährt Anakin, dass seine Mutter vor einiger Zeit von Tusken-Räubern – auch “Sandleute” genannt – entführt worden sei. Anakin bricht auf, sie zu suchen. Er findet das Lager der Sandleute und seine Mutter, die durch die Gefangenschaft so geschächt ist, dass sie in seinen Armen stirbt. Daraufhin ergibt er sich ganz seinem Hass und metzelt das ganze Tusken-Dorf nieder. Weit entfernt auf Coruscant spürt selbst Yoda seinen Schmerz und hört die Stimme des in die Macht eingegangenen Qui-Gon Jin, der verzweifelt ruft: “Anakin! Anakin! Neeeeeeeeein!”
Qui-Gon Jin hat einen Weg gefunden, der in Episode 3 als “der Pfad zur Unsterblichkeit” beschrieben wird, nämlich eins mit der Macht zu werden, aber dennoch bei den Lebenden zu bleiben. Aber trotzdem kann er Anakin nicht von seiner Tat abhalten. Es offenbart sich hier die Tücke, die die Lehren der Jedi für den Padawan bereithält. Ihm ist sehr wohl bewusst, dass er mit seinem Verhalten gegen den Kodex der Jedi verstösst, aber in dem Moment ist es ihm egal. Und später, als er den Leichnam seiner Mutter zu Cliegg Lars’ Feuchtfarm zurückgebracht hat, kann er sein Verhalten – ähnlich einem trotzigen Kind – nicht richtig reflektieren. Stattdessen schiebt er die Schuld auf Obi-Wan, der ihn angeblich die ganze Zeit daran hindere, vorwärts zu kommen. Obi-Wan ist schuld, dass seine Mutter tot ist, Obi-Wan ist schuld, dass er die Tusken ermordet hat, Obi-Wan ist nur neidisch auf seine Fähigkeiten. Der Entschluss, den er dann trifft, wird in Episode 3 sein Schicksal besiegeln: Er will der Mächtigste aller Jedi werden und das Sterben der Menschen verhindern. In gewisser Weise nimmt er damit bereits einen Teil der Sith-Denkweise in sich auf. Denn während die Jedi den Tod als Teil des Lebens betrachten, sehen ihn die Sith als Feind. Da sie so selbstbezogen sind, sind sie natürlich der Auffassung, die Galaxis könne ohne sie nicht weiterexistieren. Doch je mehr Wertschätzung sie sich selbst entgegen bringen, desto weniger schätzen sie andere Lebewesen. Sidious beispielsweise ist immer wieder bereit, seinen Schüler über die Klinge springen zu lassen, wenn er einen findet, der besser ist als der bisherige. Count Dooku erfährt das am eigenen Leib in Episode 3, und in Episode 6 sogar Darth Vader. Sidious wäre bereit, diesen sterben zu lassen, damit er Platz für den nächsten macht. Vader wird dabei noch besonders in die Irre geführt, indem Sidious behauptet, er hätte vorausgesehen, dass er selbst von Vaders Sohn getötet wird und Vader dann mit diesem über die Galaxis herrschen kann.
Vader ist überhaupt das Paradebeispiel für den Drang der Sith, den Tod überlisten zu wollen. Während Qui-Gon und später Obi-Wan und Yoda in die Macht eingehen und als Geistwesen zurückkehren, wird Vaders Körper durch Implantate und Maschinen am Leben erhalten. Die Jedi blicken in ihrem Streben auf die nächste Ebene, die Sith sind ganz und gar in der materiellen Welt verhaftet.
An diesem Punkt empfängt Anakin einen Notruf von Obi-Wan. Als sich die Wege der beiden trennten, war der Jedi-Meister den Spuren nachgegangen, die er von dem Changeling hatte. Dieser war mit einem speziellen Giftpfeil getötet worden, wie ihn die Kaminoaner benutzen. Doch als Obi-Wan die Position des Planeten Kamino aus der Datenbank der Bibliothek erfragen will, findet er – nichts. Es sieht ganz so aus, als hätte jemand den Planeten aus dem Speicher gelöscht. Obi-Wan kann dessen Position aber rekonstruieren und steuert den Wasserplaneten an. Sehr zu seiner Überraschung hat man dort schon auf ihn gewartet. Die Kaminoaner sind Kloner, sie haben im Auftrag des Jedi-Meisters Sifo-Dyas für die Republik eine Armee von Klon-Kriegern produziert. Das ist seltsam, denn Sifo-Dyas ist längst tot, und außerdem hatte der Rat nie die Erlaubnis erteilt, eine solche Armee in Auftrag zu geben.
Obi-Wan trifft auf den Mann, der sein genetisches Material für die Klone zur Verfügung gestellt hat, einen Kopfgeldjäger namens Jango Fett. Er erkennt ihn als den Mann wieder, der den Giftpfeil auf den Changeling abgefeuert hat. Jango behauptet, von einem Mann namens Tyranus für die Klon-Armee angeheuert worden zu sein. Bevor Obi-Wan ihn festnehmen und zur Befragung nach Coruscant bringen kann, entkommt er zusammen mit seinem Sohn Boba Fett. Der Jedi kann jedoch einen Peilsender an dessen Schiff anbringen, wodurch er ihm nach Geonosis folgt. Dort befinden sich die Fabriken, in denen die Separatisten ihre Kampf-Droiden bauen lassen. Obi-Wan belauscht ein Gespräch, durch das er herausfindet, dass Count Dooku, ein abtrünniger Jedi, eine Allianz verschiedener Mächte, unter anderem der Handelsföderation, der Technokratie-Union und des Bankenclans, gegen die Republik anführt. Vizekönig Nute Gunray ist es auch, der den Tod von Padmé verlangt, als Gegenleistung dafür, dass er die Separatistenvereinigung unterstützt. Gerade als Obi-Wan seine Funkmeldung an Anakin absetzt, wird er von Kampfdroiden aufgebracht und gefangen genommen.
Auf Coruscant, wo die Nachricht ebenfalls ankommt, gerät man aus dem Häuschen: Die Republik wird nicht in der Lage sein, sich gegen die Separatisten zu verteidigen, wenn diese angreifen sollten. Man bräuchte eine Armee… aber praktischerweise gibt es ja eine, die Klon-Armee auf Kamino. Braucht es also nur noch eins: Eine Notstandsverordnung, die den Kanzler berechtigt, eine solche Armee aufzustellen. Und hier kommt Jar Jar Binks ins Spiel. Seitdem die Gungan und die Naboo in Episode 1 Frieden geschlossen haben, sind auch beide Völker Vertreter ihres Planeten im Senat. Jar Jar wurde vor ihrer Abreise von Padmé beauftragt, die Vertretung zu übernehmen. Er ist einfacher, ehrlicher Geist und sieht sich nun in der Pflicht. Die Republik kann sich nicht verteidigen und braucht eine Armee? Die soll sie haben. Jar Jar bringt im Senat den Antrag ein, den Kanzler mit Sondervollmachten auszustatten, damit er diese Armee aufstellen kann. Der Gungan übersieht in seinem Eifer völlig, dass eine Armee der Republik eigentlich gegen Padmés Willen ist.
Hier geht eine weitere Stufe des Planes von Darth Sidious auf. Dass Nute Gunray auf Padmés Tod besteht, kommt ihm eigentlich ganz recht, denn damit sind zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Padmé kann nicht Stimmung gegen eine Armee der Republik machen und die Handelsföderation wird das Bündnis gegen die Republik unterstützen. Dass Padmé zwar nicht tot ist, sondern nur abwesend, ist egal, Hauptsache, der Kanzler erhält die Sondervollmachten. Damit wird Jar Jar zu einer der tragischsten Figuren in der ganzen Geschichte, denn während Anakin über seinen eigenen Hochmut und seine Arroganz fällt, treibt den Gungan nur die Sorge um die Republik um. Wenn man jedoch die Geschichte als Ganzes sieht, kann man natürlich auch sagen, er nimmt die Rolle ein, die ihm vorbestimmt ist. Denn nur so werden letztlich die Jedi fallen, nur so kann der erste Schritt auf dem Weg des Ausgleichs der Macht getan werden.
Vermutlich hätte es viele Möglichkeiten gegeben, diesen Ausgleich zu erreichen. Da aber die Jedi nicht von ihrem starren Konzept abweichen wollten, kam es letztlich, wie es kommen musste. Je mehr sie sich dagegen wehrten, desto mehr betrieben sie ihren eigenen Untergang.
Den Anfang nimmt das Ganze damit, dass Yoda nach Kamino aufbricht, um sich die Klon-Armee anzusehen. Gleichzeitig werden alle verfügbaren Jedi nach Geonosis geschickt, zur Rettung von Obi-Wan. Dieser wird als Gefangener von Count Dooku verhört, der seine Motivation zu erklären versucht: Die Republik sei verdorben, die Sith hätten die Kontrole übernommen. Er behauptet, mit seinem Kampf in Wirklichkeit für die Ideale der Republik und gegen die Sith zu kämpfen und bietet Obi-Wan an, ihn zu unterstützen. Doch Obi-Wan lehnt ab.
Mittlerweile sind auch Anakin und Padmé, begleitet von den Droiden C3PO und R2D2 auf Geonosis angekommen, werden allerdings ebenfalls gefangen genommen. Sehr zur Freude von Nute Gunray sollen alle drei in einer Arena hingerichtet werden. Bevor sie dorthin gebracht werden, gesteht Padmé Anakin ihre Liebe. Der bevorstehende Tod in der Arena habe für sie keinen Schrecken, denn sie sei seit der erneuten Begegnung mit Anakin jeden Tag ein kleines Stück gestorben. Ihre unterdrückten Gefühle haben sich Bahn gebrochen.
Doch ganz so aussichtslos ist die Lage nicht, Padmé, Anakin und Obi-Wan gelingt es, sich von ihren Fesseln zu befreien. Mitten in den Kampf gegen ihre Wärter platzen die Jedi, worauf die Separatisten ihre Kampfdroiden auffahren. Schon scheint die Lage verloren, als Yoda mit der Klon-Armee eintrifft. In der Schlacht, die nun beginnt, verfolgen Obi-Wan und Anakin den flüchtenden Count Dooku und können ihn in einem Hangar stellen. Da Anakin entgegen Obi-Wans Anweisung wütend vorprescht, wird er von Dooku außer Gefecht gesetzt. Obi-Wan kann Dooku nicht überwinden, als Anakin wieder in den Kampf eingreift, schlägt der dunkle Lord ihm den Arm ab. Schließlich kommt Yoda hinzu. Er und Dooku sind gleichwertig, und letzterem gelingt nur mit einem Trick die Flucht: Er lässt mit Hilfe der Macht Teile aus der Decke des Hangars brechen, die Anakin und Obi-Wan zu erschlagen drohen. Yoda gelingt es, die Trümmer abzulenken, kann sich aber dafür nicht mehr auf Dooku konzentriert. Der entflieht.
Kurz darauf kommt Dooku auf Coruscant an und trifft sich mit Darth Sidious, der ihn “Tyranus” nennt. Damit ist klar, dass er den Kopfgeldjäger Jango Fett, der während der Schlacht von Geonosis ums Leben gekommen ist, für die Klon-Armee angeheuert hat. Das Ziel der Sith war, den Kanzler mit Sondervollmachten auszustatten und die Republik in einen Krieg zu stürzen. Beides haben sie geschafft. Sie haben es sogar geschafft, der Republik und den Jedi die Klon-Armee unterzuschieben, was sich für letztere in Episode 3 noch fatal auswirken wird.
Doch die Klon-Armee ist nicht die einzige Fehleinschätzung der Jedi. Eine weitere ist die, dass sie Count Dooku anfangs für unfähig halten, einen Verrat zu begehen. Immerhin sei er ein Jedi gewesen, damit seien ihm solche Gedanken fremd. Nicht einmal die Tatsache, dass er dem Jedi-Orden den Rücken zugewandt hat, lässt sie daran zweifeln. Ein weiteres Beispiel, wie tief die erstarrten Regeln bei ihnen sitzen.
Letztlich ist auch ihr Befinden über Skywalkers Situation eine Fehleinschätzung: Er kehrt mit Padmé nach Naboo zurück und heiratet diese heimlich. Eine offizielle Verbindung ist ihm als Jedi nun mal verboten. Dass er es trotzdem tut, scheinen sie trotz allem Misstrauen, das sie ihm gegenüber haben, nicht zu merken.
Episode 2 endet damit, dass riesige Raumschiffe mit Klonen beladen werden und zu den Schlachten der Kriege aufbrechen, die nun begonnen haben: die Klon-Kriege. In der letzten Einstellung sehen wir Senator Bail Organa von Alderaan, der das Gesicht abwendet. Neben vielen anderen war er es, der das hatte verhindern wollen. Doch die Separatisten und die Republik haben sich gegenseitig in Zugzwang gesetzt. “Zugzwang” kommt aus dem Schach, und es bedeutet, dass der Spieler, der am Zug ist, keine seiner Figuren bewegen kann, ohne die Partie zu verlieren. Beim Schach bedeutet das normalerweise, dass der Spieler aufgibt und seine Niederlage eingesteht. Beim Krieg nicht unbedingt.
Fortsetzung folgt…
