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Nash: (Not) Doctor Who Classic – Love and Monsters [Video]

Die schlechteste Episode von “Doctor Who”, laut Nash und Linkara:

Direkter Link zum Video: http://blip.tv/radio-dead-air/not-doctor-who-classic-love-and-monsters-4709399

Nash: Doctor Who Classic – Time and the Rani [Video]

Nash moderiert nicht nur WTFIWWY, sondern auch eine Reihe von Rezensionen. Zum Beispiel kümmert er sich um die Classic-Geschichten von “Doctor Who”. “Time and the Rani” ist die Folge, über die er in diesem Video spricht:

Direkter Link zum Video: http://blip.tv/radio-dead-air/doctor-who-classic-time-and-the-rani-4469806

DOCTOR WHO: The Happiness Patrol

Wie sagt der Englisch sprechende Mensch so schön? “One man’s trash is another man’s treasure.” Wie ich an anderer Stelle schon mal bemerkte, ist “The Happiness Patrol” meine Lieblingsepisode der klassischen “Doctor Who”- Serie. Nash von “Radio Dead Air” ist anderer Meinung und seine Episode ist so lustig, dass ich sie dem geneigten Leser nicht vorenhalten möchte:

Ich finde die Episode trotzdem gut!

DOCTOR WHO: The Cartmel Masterplan

Als Fan von “Doctor Who” seit den 1980er Jahren war ich natürlich begeistert, als die Serie von der BBC wieder aufgenommen wurde. Und wie es vielen Fans von “Früher” so geht, so ist es auch bei mir: “mein” Doktor wird immer “Doktor Nummer 7″ bleiben, Silvester McCoy. Er war der letzte Hauptdarsteller der Reihe, bevor sie sang- und klanglos eingstellt wurde. Umso mehr freut es mich zu hören, dass es damals Ideen für einen großen Handlungsbogen gab, der einiges aus der Vergangenheit des namenlosen Zeitreisenden enthüllen sollte; ganz besonders freut es mich, dass man zum nahenden Jubiläum der Sendung (die Ausstrahlung der allerersten Episode “An Unearthly Child” fand am 23. November 1963 statt) diesen Handlungsbogen wieder aufgreifen will. Erteilen wir das Wort dem “Doctor Who”-Experten Nash von “That Guy with the Glasses” und “Radio Dead Air”:

Direkter Link zum Video: http://blip.tv/radio-dead-air/doctor-who-classic-the-cartmel-masterplan-6368641

Interessant: Der Titel der Episode ist kein Titel aus der Doctor-Who-Reihe, denn er bezieht sich auf einen der Autoren der klassischen Serie, Andrew Cartmel, der den ursprünglichen Handlungsbogen um die Herkunft des Doktors entworfen hat. Dennoch könne “The Cartmel Masterplan” ein Episodentitel sein.

Doctor Who: Zeit und der PROSIEBEN-Mahlstrom

“Was war das?”

Rose blickte sich um. Es war einer jener Blicke, die Frauen in Horrorfilmen gerne hatten, wenn sie in einem dunklen Haus ein Geräusch hörten, das sie nicht einordnen konnten und darauf warteten, dass der böse Axtmörder hinter der Kommode hervorsprang. Das Publikum jedoch wusste es besser, das Geräusch war bestenfalls die Hauskatze, die der Frau einen gehörigen Schrecken einjagen würde. Stattdessen würde sich der Axtmörder von hinten nähern und ihr – unter dem Einsatz von jeder Menge Kunstblut und einem schreienden Orchesterpart – ein frühzeitiges Ende bereiten.

Rose aber befand sich nicht in einem dunklen Haus. Es war nicht einmal ein Haus. Es war… ja, was eigentlich? Ein Raum, der sich im Innern einer so genannten “Police Box” befand, einer Polizei-Notruftelefonzelle. Und das war das Verrückte: der Raum war von innen größer, als die Box von außen aussah. Eine gewöhnliche Police Box hätte nie im Leben die ganzen Apparaturen aufnehmen können, die sich allein hier, im Hauptkontrollzentrum fanden. Der Mittelpunkt desselben war eine große Konsole, die ein Achteck um eine transparente Säule bildete. In der Säule bewegte sich etwas auf und ab. Rose fand, dass “Etwas” keine sehr wissenschaftliche Umschreibung war, aber sie wusste nicht genau, was dieses “Etwas” sein sollte. Sie kannte nur seinen Zweck: die TARDIS, denn darum handelte es sich bei der Police Box mit dem großen Innenleben, auf Zeitreise zu schicken.

“Das war ein Geräusch!”

Der Mann mit den kurzen Haaren, der angestrengt auf die Kontrollen an einer der Konsolen blickte, versuchte, ihre Frage zu beantworten. Vom Aussehen her hätte man ihn altersmäßig auf irgendwo zwischen dreißig und vierzig eingeschätzt. Rose aber wusste es besser, er war nämlich viel älter. Aber wusste sie es eigentlich? Nein, auch nicht so genau. Denn alles, was sie von und über ihn wusste, wusste sie von ihm. Er nannte sich “der Doktor” und war ein Zeitlord vom Planeten Gallifrey. Früher hatte es mal mehr Zeitlords gegeben, aber alle außerdem Doktor starben im großen Zeitkrieg, den die Bewohner von Gallifrey mit den Daleks geführt hatten.

“Ein Geräusch, das habe ich gehört”, bestätigte Rose. “Was macht das Geräusch?”

“Es klingt!”

Der Doktor sah sie direkt an und grinste. So, wie er es gerne tat. Er hatte eine unvergleichliche Art, das musste Rose immer wieder feststellen. Dennoch, sie bereute es nicht, dass sie ihn in seiner TARDIS begleitete.

“Können Sie vielleicht etwas präziser werden?”

“Ich bin selbst überrascht”, stellte der Doktor fest. “Die Instrumente zeigen eine Fluktuation im unteren PF-Band an. Die TARDIS wird irgendetwas weggezogen. Und zwar seitlich in der Zeit.”

Die TARDIS. “Time and Relative Dimensions in Space”, dafür stand diese Abkürzung. Sie war sowas wie eine Raumschiff-Zeitmaschinen-Kreuzung. Etwas, das man auf der Erde vielleicht als “Mehrzweckfahrzeug” bezeichnet hätte. Wenn sie gestartet wurde, machte sie ein ganz charakteristisches, schleifendes Geräusch. Für einen Außenstehenden sah es so aus, als würde sich die Police Box in Luft auflösen. Dabei bewegte sie sich nur in den Dimensionen.

Rose seufzte, als sie diese Erkenntnis nochmal durch den Kopf gehen ließ. Die TARDIS bewegt sich nur in den Dimensionen. Das klang, als ob es etwas zutiefst Alltägliches wäre. “Nur”. Aber das war es nicht. Zumindest nicht für sie. Rose Tyler war nämlich kein Zeitlord vom Planeten Gallifrey. Sie war eine junge Frau vom Planeten Erde. Aus London, um genau zu sein. Und um ganz genau zu sein: Aus dem London des Jahres 2005. Sie war Verkäuferin in einer großen Geschäftsmeile gewesen, bevor der Doktor diese in die Luft gejagt hatte. Nicht zum persönlichen Vergnügen, sondern weil sich dort zum Leben erweckte Schaufensterpuppen herumgetrieben hatten. Lebendes Plastik. Eine lange Geschichte. Aber es war ihr erstes gemeinsames Abenteuer gewesen.

Rose schreckte hoch. Jetzt merkte sie an den Bewegungen der TARDIS, dass diese von etwas erfasst worden war.

“Was war das?”, fragte sie ängstlich.

“Wir sind von einer großen Kraft erfasst worden”, antwortete der Doktor. Er wechselte nun seine Position zur nächsten Konsole.

“Was für eine Kraft? Eine gravimetrische Welle?”

Der Doktor blickte Rose erstaunt an. “Wo haben Sie denn das aufgeschnappt? In irgendsoeiner Science-Fiction-Serie?”

“Ja”, gab die junge Frau zu. “Wenn da ein Raumschiff erfasst wird, sind es immer irgendwelche Wellen.”

“Ich bitte Sie! Allein an der Art, wie die TARDIS erfasst wurde, hätten Sie doch merken müssen, dass es auf keinen Fall eine Welle sein kann. Wellen schubsen. Wir werden aber mehr gesaugt.”

“Doktor, das ist mir ziemlich egal, ob wir geschubst oder gesaugt werden. Was ist los?”

Der Doktor verfiel in Schweigen. Rose erinnerte sich an die gemeinsamen Erlebnisse. Nach dem Abenteuer mit dem lebenden Plastik hatte er sie gefragt, ob sie ihn nicht begleiten wolle bei seinen Reisen durch Raum und Zeit. Sie hatte zugesagt. Dann waren sie in die weit entfernte Zukunft gereist, zu einem Zeitpunkt, an dem die Sonne die Erde verschlingen würde. Sie waren im Jahr 1869 gelandet und hatten anschließend der ersten Landung von Außerirdischen im Jahr 2006 beigewohnt. Zuletzt waren sie im Jahr 2012 gewesen und hatten einen dieser Daleks getroffen. Ausgesehen hatte er wie ein extrem überdimensionierter Salzstreuer, aber seine Spezies hatte die Spezies des Doktors vernichtet. Im Anschluss an dieses Abenteuer waren sie wieder mit der TARDIS gestartet. Alles hatte so gut ausgesehen. Bis zu dem Geräusch…

“Na”, murmelte der Doktor vor sich hin, “wo bist Du, Du großer, böser Wolf?”

“Bitte was?”

“Na, die Kraft, die uns ansaugt. Die muss doch irgendwo… ahh, da ist es!”

Rose näherte sich der Konsole. Auf einem der Bildschirme erblickte sie etwas, das wie ein riesiger Strudel aussah, nur dass er kein Wasser strudelte, sondern kleine Lichtpunkte. In der Mitte des Strudels schien… sprichwörtlich nichts zu sein.

“Was ist das?”

Der Doktor verzog den Mund zu einem Lächeln. “Ich hatte befürchtet, dass wir es mit dieser Kraft zu tun bekommen. Das ist, was selbst die Zeitlords fürchten. Das ist der PROSIEBEN-Mahlstrom.”

“Der… PROSIEBEN-Mahlstrom? Und was tut der?”

“Er dreht sich und saugt Sachen an. Zum Beispiel unsere TARDIS.”

“Und warum tut er das?”

“Zu einer anderen Zeit befand sich an der Stelle einmal ein Planet mit Namen PROSIEBEN. Er wurde regiert von einem Senat, der seine Ratschläge von einem alten Ritterorden bekam, den Rittern der runden Quoten.  Diese bestimmten für das, was im Herrschaftsbereich des Planeten geschah, Quoten, ob die Leute sich für das interessierten, was geschah. Und wenn die Leute sich dafür nicht interessierten, aktivierten sie die Quoten-Helix. Und die Quoten-Helix entfernte das Ereignis aus der Zeitlinie.”

“Und das nur, weil sich die Leute dafür nicht interessierten?”

“Ja. Und zwar ganz egal, warum sie sich dafür nicht interessierten. Den Rittern der runden Quoten war der Gedanke ein Gräuel, das Leben mit Dingen vollzustopfen, die die Leute nicht interessierten. Ihre Logik war, dass wenn alle Dinge, für die sich die Leute nicht interessierten, entfernt würden, dafür allen anderen Dingen mehr Interesse entgegen gebracht wurden.” Der Doktor zuckte mit den Achseln. “Leider ein Irrtum. Denn nur weil sich viele Leute für etwas interessieren, heißt das noch lange nicht, dass es besser ist als etwas anderes. Oder dass das, für das man sich nicht interessiert, schlechter wäre. Im Universum hat alles irgendwie eine Chance verdient. Aber das führt zu weit.”

“Und was ist dann mit dem Planeten geschehen?”

“Dummerweise funktioniert die Quoten-Helix nicht so, wie die Ritter der runden Quoten sich das gedacht hatten. Sie wollten eigentlich das entsprechende Ereignis komplett aus der Zeitlinie entfernen, so als hätte es nie stattgefunden. Stattdessen wurde es ab dem Moment, an dem die Helix aktiviert wurde, entfernt. Verstehen Sie, Rose, ungefähr so, als würde ein Autor nach dem Schreiben von zwei, drei Kapitel eines Buches plötzlich aufhören und die Geschichte nicht vollenden – und sie würde trotzdem gedruckt werden. Das verwirrte die Menschen. Außerdem funktionierte die Helix nicht immer gleich. Mal wurde ein Ereignis sofort aus der Zeitlinie entfernt, mal wurde es zuerst zeitlich verzerrt und dann erst entfernt, was für noch mehr Verwirrung sorgte. Der Senat wollte daraufhin das treiben der Ritter der runden Quoten unterbinden und schickte seine Starforce los.”

“Es kam zum Krieg? So wie bei Ihrem Volk und den Dalek?”

Der Doktor schüttelte den Kopf. “So kann man nicht sagen. Die Starforce verbündete sich mit den Rittern der runden Quoten und sie aktivierten die Quoten-Helix permanent, damit alles, für das sich die Leute nicht interessierten, sogleich aus der Zeitlinie gelöscht würde. Die Helix baute ein Interessens-Schwerpunkt-Feld auf, das so gewaltig war, dass daraus der Mahlstrom entstand.”

“Und wenn man ihm zu Nahe kommt…”, begann Rose.

“Macht es Flupp! Und man ist weg. Möglicherweise wird man aber auch zeitlich verzerrt. Letzteres ist uns gerade passiert. Ich konnte die TARDIS gerade noch an den Rand des Mahlstroms steuern. Ich musste dazu aber eine Tagverschiebungs-Parallaxe etablieren.”

“Können Sie das auch so erklären, dass man es ohne Physik-Studium versteht?”

Der Doktor brummte. “Hmmmmm, sagen wir, es ist so, als würde sich ihr wöchentlicher Termin bei der Maniküre von Samstag auf Sonntag verschieben.”

“Ich gehe nicht zur Maniküre”, entgegnete Rose. “Und Sonntags haben die sowieso geschlossen.”

“Sie dürfen das nicht so wörtlich nehmen!”, knurrte der Zeitlord. “Das war nur ein Beispiel! Ich habe die Tagverschiebungs-Parallaxe aktiviert und kann uns über einen fiktiven Zeitsprung in den Raum-Zeit-Fluss zurückbringen. Bevor Sie fragen”, fügte er an, als er Roses Gesicht sah, “ich hatte ursprünglich den 16. Februar 2008 angesteuert, als uns der Mahlstrom erwischte. Ich visiere nun mit dem Fiktivtransmitter den 13. April 2008 an, wir werden dort allerdings nicht materialisieren, sondern direkt zu einem neuen Ziel springen. Fällt Ihnen was ein?”

Rose legte ihre Stirn in Falten. “Was ist mit dem 16. Februar 2008, zu dem Sie sowieso wollten?”

“Geht nicht. Das sind die Auswirkungen der Quoten-Helix. Der 16. Februar 2008 interessiert nicht mehr.”

“Dann lassen Sie sich was einfallen. Sie sind doch sonst so kreativ.”

“Das bin ich wirklich!”, bestätigte der Doktor fröhlich. “Ich denke, ich weiß da was. Fiktivtransmitter an!”

Er betätigte einen Schalter. In dem Moment war ein Stöhnen zu hören. Rose drehte sich um.

“Oh, unser Gast! Den hatte ich total vergessen.”

“Ja”, sagte der Zeitlord. “Das macht der Mahlstrom. Vielleicht interessiert unser Gast uns einfach nicht.”

Rose sah den Doktor böse an. Dieser lächelte schulterzuckend. Dann wandte sie sich ab und ging zu dem jungen Mann, den sie am Ende des letzten Abenteuers mit an Bord genommen hatten. Adam. Er wirkte noch immer verwirrt. Das legt sich, dachte der Doktor.

“Fiktivtransmitter in Funktion!”, rief er dann. “Ich glaube, es klappt! Na dann!”

Wieder war das charakteristische schleifende Geräusch der TARDIS zu hören. Sie bewegte sich.

Wenn es dem Doktor gelingt, aus dem Mahlstrom zu entkommen, dürfen wir sein neuestes Abenteuer “Langzeitstrategie” (“The Long Game”) am 13. April 2008 um 17.00 Uhr bei ProSieben erleben (siehe hier). Hoffen wir das Beste, liebe Leser!