Archiv für die Kategorie „Veranstaltungen“

PostHeaderIcon Themenabend “Babylon 5″ am 1. März 2008 in Münster

Die Raumstation Babylon 5 war die letzte beste Hoffnung für Frieden, so ist es im Vorspann der ersten Season von Babylon 5 zu hören. Joseph Michael Straczynski erschuf von 1993 bis 1998 die die Serie “Babylon 5″, die sich durch ihren von vornherein auf 5 Jahre geplanten Handlungsbogen und die fast ausschließlich durch Computergrafik erzeugten Spezialeffekte auszeichnet. Der Thoregon Münster e.V. stellt diese Serie mit ihren Ablegern im Rahmen eines Themenabends vor und gibt einen kleinen Ausblick in die Zukunft.
Der Themenabend findet am 01. März 2008 um 18 Uhr in der Sprechblase, Münsters Comiccafe, Wolbecker Straße 68 in Münster statt. Anschließend lädt der Thoregon Münster e.V. zum gemütlichen Stammtisch ins Eckstein’s auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein.

Infos und Wegbeschreibung unter http://www.thoregon.de.

PostHeaderIcon Burma, Birma, Myanmar (4) – der Tag danach

“Geht die Welt auch unter, das ist uns egal.
Uns is’ alles wurscht, mir geht’s gut und wie geht’s Ihnen?
(…)
Wir können uns nicht um alles kümmern.
Der Regenwald, der lässt uns ziemlich kalt.”
(aus dem Lied Würschtlstand von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung, in dem es um die “Man-kann-ja-eh-nichts-machen”-Haltung geht)

Nun ist die Blogger-Aktion “Free Burma” gestern also gelaufen – und was haben wir für seltsame Dinge gesehen. Kritik – okay, gehört mit dazu. Und zu den Vorzügen, in einer Demokratie zu leben, gehört es, anderer Meinung zu sein als andere. Niemand war gezwungen, daran teilzunehmen oder positiv darüber zu schreiben. Doch einige Dinge überschritten dann doch die Grenze, einige Blogger, die im Vorfeld hatten durchblicken lassen, dass sie an der Aktion teilnehmen werden, hatten eine eMail mit einer unverhohlenen Drohung erhalten (wir haben hier auf einen entsprechenden Artikel verwiesen; es wurde gedroht, das betreffende Blog werde aus allen Listen und Suchmaschinen – kurz: aus dem Internet – verschwinden). Gleichzeitig wurde die Diskussion mancherorts in eine Richtung gezogen, die man höflich als “ausgesprochen unfreundlich” bezeichnen kann, Worte wie “Heuchler” und “Lügner” fielen, und es wurde das ständige Totschlagargument aus der Schublade gezogen, wer an der Aktion teilnehme, sei ja nur auf Links und Traffic aus. In diesem Zusammenhang fiel auch (mal wieder) das Wort “Linkhu**”.

Immer wieder wurde auf andere Krisengebiete oder die Situation in Deutschland hingewiesen, etwa im Bezug auf die Vorratsdatenspeicherung und ähnlichem. Ehm… hat jemand mitgekriegt, dass seit einiger Zeit die Aktion “Stasi 2.0″ läuft? Dass da eine große Demonstration war? Sich um eine Sache zu kümmern heißt doch nicht zwangsläufig, die anderen Sachen aus den Augen zu verlieren.

Aber wo wir schon von der Situation in Deutschland sprechen, geradezu grotesk wurde es, als verschiedene Kommentare in Blogs auftauchten, die versuchten, Bezüge zu Deutschland herzustellen, wobei sich dabei ein Kommentarschreiber hervortat, der in mehreren Blogs wortwörtlich den gleichen Text einstellte und forderte, bevor man sich um Myanmar kümmerte, solle man doch in Deutschland den so genannten “Volksverhetzungsparagrafen” abschaffen, weil dieser die Meinungsfreiheit einschränke (gleiche Textbausteine tauchten auch in Kommentar zu anderen Themen, zum Beispiel Berichten über die Verhaftung von Bloggern in Ägypten, auf). Der Gipfel jedoch war die Verunglimpfung des Buddhismus als (Zitat) “Schicki-Micki-Religion der Intellektuellen”. Dazu folgendes: Was die “Intellektuellen” betrifft [merkwürdig, dass das Wort hier wie ein Schimpfwort gebraucht wird, was ist so schlimm daran, eine gute Bildung zu haben?], der Katholizismus war auch mal nicht gerade eine Religion für das “gemeine Volk”. Oder warum wohl sind die Liturgien des katholischen Gottesdienstes ursprünglich in Latein verfasst? Der Buddhismus kann auf eine Tradition von ca. 2500 Jahren zurückblicken und hat heute weltweit zwischen 350 und 500 Millionen Anhänger. Er steht also auf einer breiten Basis, die Bezeichnung “Schicki-Micki” versucht aber anzudeuten, dass es sich um einige wenige Gläubige handelt, die noch dazu nur einem kurzweiligen Modetrend folgen. Und übrigens, Kommentar-Spam-Filter mögen es gar nicht, wenn man auf mehreren Blogs immer wieder die gleichen Kommentare einstellt und sorgen dafür, dass der Kommentar irgendwann von vorneherein ausgefiltert wird und ins Daten-Nirwana (Nirwana = ein Begriff aus dem Buddhismus) eingeht.

Ein paar Worte zum Schluss: Ja, es gibt noch sehr viele Baustellen auf dieser Welt. Und ja, auch da dürfen wir nicht wegsehen. Davon hat auch niemand geredet. Es war jetzt eben eine Aktion betreffend Myanmar, die eine so große Resonanz hervorgerufen hat. Und das innerhalb von ein paar Tagen. Das ist nicht als Schlusspunkt gedacht gewesen, sondern mehr als Auftakt. Vielleicht kann man es als Zeichen dafür sehen, welche Möglichkeiten das Internet hat, wenn man sie nur ausschöpft. Möglicherweise ein Schritt zum “Erwachsen werden” des Internets.
Wer mit seinem Blog an der Aktion teilgenommen hat, kann ja nun mal einen netten Test machen. Es gibt eine Seite, “Great Firewall of China”, wo man ausprobieren kann, ob die eigene Webseite von China aus abgerufen werden kann. Ob die Beiträge über Burma wohl noch ein paar Seiten auf den “Index” gebracht haben? Die Seite ist hier.

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PostHeaderIcon Free Burma!

Free Burma!

PostHeaderIcon Burma – eine Blogger-Aktion (3) und der Tag der deutschen Einheit

Nun steht also fest, was aus der Blogger-Aktion wird: Am morgigen Tag wird mit nur einem einzigen Beitrag auf die Situation in Burma hingewiesen. Die Aktion ist inzwischen richtig groß geworden, was natürlich auch Kritiker auf den Plan ruft. Nun darf man kritisch sein, das ist das Vorrecht in unserer Gesellschaft – zumindest hier. Aber die Kritik nimmt teilweise schon groteske Züge an und wird unsachlich. Allem voran wird natürlich das “Totschlagargument” gebraucht, die Leute, die sich an der Aktion beteiligen, wollen vorrangig Traffic, Links, Trackbacks. In der Wissenswerkstatt gibt es dazu einen sehr schönen Artikel, der die Argumente der Gegner einer solchen Aktion beleuchtet und interessante Gegenfragen stellt. Noch dazu ist dieser Artikel völlig unaufgeregt und sachlich, was man von einigen Kritiken nicht behaupten kann (der Artikel ist hier). Was nämlich einigen Bloggern entgegenschlägt, sind perfide Drohungen. Wehe, man beteilige sich an der (Zitat) “schwachsinnigen SEO-Aktion”, dann würde man die Konsequenzen tragen müssen. Darüber berichtet Blogging Tom hier. Und einer derjenigen, die die Aktion mit ins Leben gerufen haben, nämlich Robert Basic, schreibt hier über die Kritik daran und die Verantwortung hinter “Free Burma”.

Ich habe mir indessen meine eigenen Gedanken gemacht und jeder mag sich dazu seine eigene Meinung bilden. Ich habe mir Gedanken gemacht, warum uns ausgerechnet diese Ereignisse zu so einer Aktion bewegen. In einem haben die Kritiker zweifellos recht: Auf unserer Erde gibt es genügend Krisenherde. Warum ausgerechnet Burma? Was uns Deutsche betrifft, so habe ich den Eindruck, dass wir stark an unsere eigene Vergangenheit erinnert werden. Nur um das mal auszudrücken: Heute ist der “Tag der deutschen Einheit”. Und dass Deutschland wiedervereinigt ist, dass hat auch mal genau so angefangen wie in Burma: mit friedlichen Protesten. Ich selbst war damals gerade in der weiterführenden Schule nach der Mittleren Reife. Für die Prüfung der Mittleren Reife (1987) habe ich noch gelernt, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass es eine Wiedervereinigung in irgendeiner Form in nächster Zukunft geben werde und die beiden deutschen Staaten noch lange weiter existieren würden. Gerade mal drei Jahre später ist dieses Wissen Makulatur. Dass die Geschichte – oder das Schicksal, wie auch immer man das sehen will – es dabei mit den Deutschen recht gut gemeint hat, wird uns durch die Bilder von Burma wieder einmal drastisch vor Augen geführt. Es war nämlich keineswegs sicher, dass die Demonstrationen in der DDR von 1989 so glimpflich ablaufen, wie sie letztlich abgelaufen sind. Vor allem Erich Honecker, damals noch Staatsratvorsitzender, befürwortete eine “chinesische Lösung” (bezogen auf das Massaker am Tian’anmen, bei dem im gleichen Jahr ein paar Monate zuvor die Demokratiebewegung brutal niedergeschlagen wurde). Seine Untergebenen waren es, die teilweise Befehle abmilderten, von dem Einsatz von Panzern abrieten und schließlich, als er weiter auf die harte Linie drängte und sich Reformen verweigerte, ihn absetzten. Hätte es unter diesen Leuten nur ein paar gegeben, die auf Honeckers Linie gewesen wären, hätte es auch anders ausgehen können.

Möglicherweise ist es das, was gerade wir Deutschen in Burma sehen: die “dunkle Variante” unserer eigenen Geschichte, friedliche Proteste für eine Verbesserung der Lebensqualität, die von einem uneinsichtigen Regime mit aller Gewalt niedergeschlagen werden. Zum Glück kam es bei uns nicht dazu.

Deswegen werden wir von diesem Blog bei der Aktion dabei sein. Mehr Informationen gibt es hier: Free Burma!

PostHeaderIcon Burma, Birma, Myanmar – eine Blogger-Aktion (2)

Zu den Zeiten, als das Telefon die einzige Möglichkeit war, sich schnell mit anderen Menschen überall auf dem Globus verständlich zu machen, benutzte man die Redewendung “die Drähte laufen heiß”, wenn man damit ausdrücken wollte, dass viele Menschen sehr viele wichtige Telefonate zu führen hatten. Das war meistens nach Katastrophen oder politisch einschneidenden Ereignissen. Heute möchte ich diese Redewendung wieder auferstehen lassen, denn in der Tat, die Drähte laufen heiß um die Blogger-Aktion für Burma (wir schrieben hier darüber), die sich mittlerweile zu einem Aktionstag ausgewachsen hat. Angedacht ist der 4. Oktober 2007 als Termin und es wurde darum gebeten, es weiterzugeben und möglichst viele Blogger / Webseitenbetreiber zu informieren. Und da darüber schon so viel geschrieben wurde, möchten wir hier einige Berichte (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) über den Aktionstag auflisten, womit gezeigt werden soll, es ist keine kleine Aktion mehr, es wächst:

Basic Thinking Blog: Action: Burma VI
Teddykrieger: Blogger-Tag “Free Burma” am 04.10.
Visualtainment.at: Aktion “Free Burma” läuft an
Johannes: Free Burma
Upload-Magazin: Blog-Aktion “Free Burma”
Wissen macht nix: Was in Burma passiert…
trndblog: One Text for Burma
Blogging Tom: Free-Burma-Aktionstag am 4. Oktober
Webmaster Blog: Bloggen für Burma
B-Seite: Blogger bewegen: Free-Burma-Aktionstag am 4. Oktober 2007

PostHeaderIcon Nachlese: Blicke auf die Demonstration “Freiheit statt Angst” vom Samstag

Nachdem offenbar auch Nachrichtenagenturen auf falsche Teilnehmerzahlen hereingefallen sind und Magazine (gedruckt und im TV) die Demonstration “Freiheit statt Angst” gegen den “Überwachungswahn” für nicht so wichtig hielten, als dass man ihr angemessenen Raum geboten hätte, hier eine kleine Auslese von Berichten. Leider kam es – wie schon häufiger – am Rand der Demonstration zu Rangeleien. Auch darüber geben die Berichte ein Bild ab:

freiheitstattangst.de – Der ursprüngliche Aufruf zur Demonstration

heise online: “Tausende Bürger demonstrieren für ‘Freiheit statt Angst’”

netzpolitik.org: “Größte Demonstration für mehr Datenschutz seit 20 Jahren” und “Meine Rede bei der ‘Freiheit statt Angst’-Demonstration”

farliblog: “‘Freiheit statt Angst’-Demo in Berlin” [hier ist besonders die Diskussion zur Demo in den Kommentaren interessant]

silentblog: “Demo für mehr Datenschutz und Freiheit” [nennt die Seiten, die mit unterschiedlichen Teilnehmerzahlen hantieren]

Blog Age: “Ganz offline: Demo gegen Datenspeicherung” [verweist auf weitere Berichte und Seiten mit Bildern]

klitsch.net: “15000 waren heute auf der Straße” [mit Bildern der schönsten Schäuble-Parodien, u. a. als "Big Brother" aus "1984"]

Hanno’s Blog: “Der doofe Block” [über die Provokateure der Rangeleien - auf Seiten der Demonstranten und der Staatsmacht]

PostHeaderIcon Monty Python’s Spamalot – Das Musical

“Once in every show there comes a song, that goes like this…”
(aus Monty Python’s Spamalot)

Den Film “Monty Python and the Holy Grail” (deutsch: “Monty Pythons Die Ritter der Kokosnuss”) kennt man ja schon. Die Handlung in Kürze: Arthur, König der Briten, und seine Ritter der Tafelrunde werden von Gott beauftragt, den heiligen Gral zu finden. Und wie es sich für einen Film des Monty-Python-Team gehört, erleben sie dabei recht merkwürdige und für ein Ritterepos unübliche Abenteuer.

Dieser Film wurde von Eric Idle und John DuPrez in ein Musical umgearbeitet. Und ich muss zugeben, dass ich mich von der etwas kontroversen deutschen Kritik habe beeinflussen lassen, deren Tenor war, dass dieses Musical nicht wirklich notwendig gewesen sei. Gut, nach diesem Gesichtspunkt beurteilt: Welches Musical ist dann “notwendig”? Letztlich habe ich mich von der offiziellen Seite (www.montypythonsspamalot.com) überzeugen lassen und das Album gekauft. Was soll ich sagen? Ich bin begeistert. Natürlich muss man Englisch können, um dieses Musical richtig genießen zu können, denn die Texte sind teilweise so herrlich absurd, wie es sich für Monty Python gehört. Es ist nicht einfach “nur” eine Musical-Variante eines bekannten Films, es ist eine völlig neue Version. Eric Idle, der das Buch geschrieben hat, liefert eine Musical-Parodie ab, die Seitenhiebe auf andere Produktionen und die “Musical-Szene” generell austeilt. Das ganze Musical ist herrlich überzeichnet, etwa wenn die “Lady of the Lake” ihre Cheerleaderinnen mitbringt oder das Lied “His Name is Lancelot” im Discostil dargebracht wird.

Monty-Python-Fans werden einige “Klassiker” wiedererkennen. Natürlich kommt das Lied “Knights of the Round Table” aus dem Film vor, aber auch der “Finland-Song” (von “Monty Pythons Sings”) oder “Always look on the Bright Side of Life” (aus “Das Leben des Brian”). Sogar auf den “Lumberjack-Song” (aus “Monty Python’s Flying Circus”) wird angespielt. Alle Lieder wurden natürlich neu arrangiert. Die neuen Lieder treffen hervorragend, etwa wenn Galahad und die “Lady of the Lake” “Once in every Show” anstimmen, in dem es darum geht, dass es in jedem Musical ein Lied gibt wie dieses, in dem die Stimmung hochgetrieben wird und jeder völlig übertrieben schauspielert. Genauso schön ist “Diva’s Lament (Whatever happened to my Part?)”, in dem sich die Diva darüber beschwert, dass sie im zweiten Akt kaum vorkommt und wohl mal ein Wort mit ihrem Agenten reden müsse. Arthur hat seine große Stunde, als er traurig feststellt “I’m all alone”, während Patsy, sein Diener und Pferdeersatz ihm klarzumachen versucht, dass er eben nicht allein sei. Die definitive Parodie auf die unterschwellige und manchmal mit dem Holzhammer aufgetragene Botschaft einiger Musicals ist aber das Lied “Find your Grail”, in dem es heißt, dass jeder seinen Gral finden müsse. Entsprechend ist die Auflösung des ganzen Plots im großen Finale gestaltet.

Einziges Manko der Show: sie ist in Englisch, wer nicht so fest ist in der Sprache, dem entgeht einiges an den Wortwitzen und von der Handlung sowieso. Man möchte sich fast wünschen, dass “Spamalot” als nächstes in Stuttgart läuft, allerdings fürchte ich, dass eine deutsche Version kaum machbar ist. Also nehmen wir mit dem Original vorlieb, das ich nicht nur den Monty-Python-Fans, sondern jedem Parodie-Freund nur ans Herz legen kann.

Übrigens: auf der offiziellen Seite gibt es ein paar Videos, mit denen man sich einen Eindruck von der Show verschaffen kann. Die Show läuft zurzeit am Broadway, in Las Vegas und in London. Wer die Gelegenheit hat, sollte sie sich anschauen.

Monty Python’s Spamalot – als Download im iTunes-Store

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