Kategorie-Archiv: Internet

Formel-1-Weltmeister Schumacher: So dringen “Neuigkeiten” an die Öffentlichkeit

Mal angenommen, ich würde bei irgendeiner großen Zeitung anrufen und sagen, ich könnte Neuigkeiten über den Zustand des ehemaligen Formel-1-Rennfahrers Michael Schumacher besorgen, der in Folge eines Unfalls beim Skifahren noch immer im Krankenhaus liegt, was würde die Zeitung dann mich fragen? Vermutlich erstmal, in welchem Verhältnis ich zu Schumacher stehe, dass ich an solche Informationen komme. Und dann würde ich ihnen folgendes erklären: Ich wohne in Pfullendorf. Aus Pfullendorf kommt auch Daniel Schuhmacher, der 2009 bei “Deutschland sucht den Superstar” gewonnen hat. Und Daniel Schuhmachers Nachnamen spricht man gleich aus wie den von Michael Schumacher, auch wenn man den einen mit “h” schreibt und den anderen ohne. Und schon besteht eine Verbindung!

“Was für eine abstruse Geschichte!”, sagen Sie? Ja, aber tatsächlich gab es Leute, deren “Verbindung” zu Michael Schumacher nicht weniger an den Haaren herbeigezogen war, die sich trotzdem in den Medien in Szene setzten und ihr “Wissen” um den Zustand des Formel-1-Weltmeisters in die Welt posaunten. Und wie beim Posaune Spielen blieb am Ende von denen auch nur eins übrig, nachdem der Ton verklungen war: heiße Luft!

Solche abstrusen Geschichten und den Fabulierwillen auch seriöser Medien beschreibt Anno Hecker in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” unter dem Titel: “Formel-1-Weltmeister Schumacher: Phantasien statt Fakten”.

Wer den Artikel lesen möchte – er ist wirklich gut geschrieben -, der möge bitte eine Suchmaschine seiner Wahl bemühen. Da auch die “FAZ” das so genannte “Leistungsschutzrecht für Presseverleger” unterstützt und derzeit prüft, ob sie zusammen mit Springer und Burda die VG Wort zum Abkassieren für “kleinste Textschnippsel” nutzen soll, erfolgt von dieser Seite aus kein direkter Link.

 

Das ist jetzt eine komische SItuation, oder? Das meine ich jetzt nicht einmal ironisch, ich halte den Artikel wirklich für gut geschrieben und er bringt einige Dinge auf den Punkt. Zum Beispiel, dass manchen Menschen kein “angebliches Verhältnis” zu Michael Schumacher zu blöd ist, um damit bei den Medien hausieren zu gehen. Oder wie die Medien sich selbst helfen, wenn eben mal keiner mit ihnen reden will.

Doch dann ist da eben auch das “Leistungsschutzrecht für Presseverleger”. Dieser Artikel wäre davon zwar nicht betroffen, da ich in eigenen Worten davon schreibe, worum es in Heckers Beschreibung geht und nicht einmal ein Zitat bringe. Aber es geht um das Prinzip, denn ich habe nicht immer Zeit oder Inspiration, um einen Artikel wie diesen hier zu verfassen. Manchmal möchte man auch etwas kurz Weiterempfehlen, aber nicht so kurz, wie es auf Twitter oder Facebook üblich ist. Und wenn man dann hört, dass Juristen die eigene Webseite als “Quasi-Suchmaschine” einschätzen könnten (für die das Leistungsschutzrecht gilt), nur weil man ein Suchfeld eingerichtet hat, mit dem Leser diese Seite durchsuchen können, dann könnte einem die Hutschnur platzen. Vor solchen juristischen Spitzfindigkeiten wurde allenthalben vor der Einführung des Leistungsschutzrechts gewarnt, doch die Kritiker wurden arrogant abgekanzelt: So was wird mit den neuen Recht niiiiiemals möglich sein, niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen…

Dieser Artikel passt zum heutigen Aschermittwoch, denn immer mehr Freiheiten verwandeln sich in Asche. Und den Betreiber kleiner Blogs bleibt nur, die Lage um das LSR zu beobachten.

Und: Nicht mehr auf Presseangebote zu verlinken.

Ceterum censeo Leistungsschutzrecht esse delendam!

Andreas Eschbach *** *** Leistungsschutzrecht für Presseverlage

Allen Widerworten und aller Vernunft zum Trotz hatte die Kampagne der Presseverleger gegen Google Erfolg: der Deutsche Bundestag beschloss die Einführung eines so genannten “Leistungsschutzrechts für Presseverlage” und schuf damit einen bürokratischen Leviathan. Das Gesetz ist derart unnütz und unausgegoren, dass jeder, der irgendwas im Internet veröffentlicht, eventuell irgendwie auf irgendwas verklagt / abgemahnt / angep***t werden kann.

Der Science-Fiction-Autor Andreas Eschbach tut seine Meinung zum Leistungschutzrecht auf seiner Webseite auf recht subtile und dennoch deutliche Art und Weise kund, er setzt das Leistungsschutzrecht nämlich einfach um: Andreas Eschbach – Pinnwand.

Dazu kann ich nur sagen: Andreas Eschbach hat ****** ****** ******* verdient!

WTFIWWY: Midvale School for the Gifted – Episode mit Justin “JewWario” Carmical [Video]

Gestern mussten wir an dieser Stelle den tragischen Tod des Internetproduzenten Justin “JewWario” Carmical vermelden. Tatsächlich hat Justin bis kurz vor seinem Tod an allerhand Videos von Freunden und Kollegen mitgearbeitet. Eines möchte ich Euch nicht vorenthalten, es ist offenbar am letzten Montag entstanden (Justin starb am Donnerstag) und stammt aus der Reihe “What the Fuck is wrong with You?” Nash – ebenfalls ein Videoproduzent von “That Guy with the Glasses” – präsentiert dieses Format einmal die Woche und spricht über Nachrichten aus aller Welt, die, um es vorsichtig auszudrücken, außergewöhnlich sind. Normalerweise hat Nash eine Co-Moderatorin mit Namen Tara, diese ist letzte Woche aber ausgefallen. Justin hat sich bereit erklärt, für sie einzuspringen. So entstand eines der letzten Videos seines Lebens, aber eins, das zeigt, warum so viele Menschen bestürzt über Justins Tod sind, wir sehen den großartigen Humor, den dieser Mann hatte.

Die Themen dieser Episode sind:

  • Ein italienischer Politiker aus dem Rechtsaußen-Lager bringt einen ganz eigenen Schwung in die “Blackface”-Debatte.
  • Es wird immer schwieriger, gutes Personal zu kriegen, selbst in der Autodiebe-Branche.
  • Es wird immer schwieriger, gutes Personal zu kriegen, selbst in der Einbrecher-Branche.
  • Kanadische Sicherheitsleute am Flughafen sehen das nicht so eng mit den Bestimmungen, was man mit in den Flieger nehmen darf und was nicht.
  • Die Frage, ob Comicfiguren anatomisch korrekt sind, wird endlich beantwortet.
  • Und zuletzt: Was einem passieren kann, wenn man sich mit zu vielen Artikeln im Einkaufswagen an der Schnellkasse anstellt.

Direkter Link zum Video:  http://blip.tv/radio-dead-air/wtfiwwy-live-midvale-school-for-the-gifted-1-20-14-6720269

Justin “JewWario” Carmical gestorben

Wie mittlerweile auch von seiner Frau bestätigt wurde, ist das ehemalige Mitglied der Webseite “That Guy with the Glasses” und Initiator von “youcanplaythis.com“, Justin Carmical, auch bekannt als “JewWario”, am vergangenen Donnerstag, den 23. Januar an den Folgen einer selbst beigebrachten Schussverletzung gestorben. Bei seiner Arbeit als Internetkritiker hat er sich hauptsächlich um Videospiele gekümmert, “You can play this” war lange Zeit ein Bestandteil von “Blistered Thumbs“. Carmical war außerdem Darsteller in den Jubiläumsvideos von “That Guy with the Glasses”: “Kickassia”, “Suburban Knights” und “To Boldly Flee”, sowie in mehreren Crossover-Episoden bei seinen Kollegen und Freunden auf der Seite.

Justin Carmical wurde nur 42 Jahre alt.

 

(c) Animeland Wasabi

Wer ihn nicht kennt, hier ein Video seiner Arbeit: http://youtu.be/lmtuHqgrAVA

Nostalgia Christmas Bloopers [Video]

Direkter Link zum Video: http://blip.tv/nostalgiacritic/nostalgia-christmas-bloopers-4578998