Archiv für April 2008
Der Weltuntergang findet nicht statt
Und schon wieder die Zeitung mit den großen Buchstaben in diesem Blog. Diesmal allerdings mit einem Thema, das eher in die Richtung “Science” passt. Vor etwa vierzehn Tagen, genauer gesagt, am 4. April 2008, meldete besagte Zeitung unter dem Titel “Ich hab den Weltuntergang berechnet” die Aussage eines 13jährigen Schülers, wonach die Berechnungen der NASA bezüglich eines “Apophis” genannten Asteroiden falsch seien. Die amerikanische Weltraumbehörde war zu dem Schluss gekommen, dass “Apophis” die Erde verfehlen wird. Das sei deswegen falsch, weil man die Satelitten in der Erdumlaufbahn nicht berücksichtigt habe. Apophis werde mit einem solchen kollidieren, seine Flugbahn um die Sonne ändern und auf dem Rückweg am 13. April 2036 (vermutlich ein Freitag) mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 : 450 auf die Erde stürzen. Die Zeitung setzt noch eins drauf: Die NASA habe bestätigt, dass der Junge Recht habe.
Nachdem diese Meldung nicht nur ihren Weg ins Fernsehen, sondern auch in die offizielle Verlautbarung einer Presseagentur gefunden hat, sah sich die NASA gezwungen, die Sache aufzuklären. Die ASTRONEWS und AFP vermelden, dass die NASA keinesfalls dem Schüler Recht gebe. Im Gegenteil, seine Berechnungen wären inkorrekt. Apophis wird nicht mit einem Satelitten zusammenstoßen und die Wahrscheinlichkeit für eine Kollision auf dem Rückweg wird mit 1 : 45.000 angegeben, muss aber wahrscheinlich im Lauf der nächsten Jahre auf “Null” korrigiert werden.
Aus diesem Anlass: hier noch eine Leseempfehlung!
Sind kranke Arbeitslose seltsam?
Wie die “Bild”-Zeitung heute vermeldet, sind Arbeitslose häufiger krank als Arbeitnehmer (Online-Version des Artikels hier). Das wäre für sich noch nicht so erwähnenswert, vor allem in diesem Blog. Allerdings stellt der Autor des Artikels die Arbeitslosen durch die Einfügung von ein paar kleinen Worten in ein merkwürdiges Licht: “Seltsam, seltsam!” stellt er der Überschrift “Arbeitslose häufiger krank als Arbeitnehmer” voran. Im Text heißt es zur Begründung für die durchschnittlich 18,7 Krankheitstage im Jahr 2007 der Arbeitslosen: “Ein Grund laut Experten: die angeblich starke psychische Belastung wegen der Arbeitslosigkeit.” (Hervorhebung von mir) Gleich hintendran heißt es noch, dass Arbeitslose sowieso mehr Zeit hätten, überhaupt zum Arzt zu gehen.
Hier soll also zwischen den Zeilen suggeriert werden, dass Arbeitslose keinen Grund hätten, krank zu werden. Am Allerwenigsten noch wegen “angeblicher” psychischer Belastung. Derartiges kann eigentlich nur jemand schreiben, der entweder noch nie arbeitslos war oder in der Zeit der Arbeitslosigkeit finanziell anderweitig abgesichert war. Subtil eingesetzt auch der Zusatz, dass Arbeitslose sowieso mehr Zeit hätten, zum Arzt zu gehen. Sie haben ja sonst nichts zu tun.
Immerhin nicht dass erste Mal, dass man sich in dieser Zeitung auf Arbeitslose eingeschossen hat (Beispiel siehe hier). Nur diesmal ist es nicht ganz so plakativ. Mehr unterschwellig. Besser wird es deswegen nicht. Sollte jemand auch der Meinung sein, dass Arbeitslose zu viel Zeit hätten, um zum Arzt zu gehen und dass die psychische Belastung der Arbeitslosigkeit nur “angeblich” vorhanden sei, dann möge jener doch mal selbst ausprobieren, wie es ist, arbeitslos zu sein und keine Perspektive zu haben, anstatt solche Pauschal-Verurteilungen abzugeben. Und seien sich auch noch so subtil.
5. OT-Treffen der Phoenix
Alle Jahre wieder kommt es im Frühjahr: Das so genannte Out-Time-Treffen der Phoenix. Vom 11.-13.April findet wieder unser gemütliches Beisammensein statt, und zwar in München. Dahinter steckt folgendes: Bei Liverollenspielen steckt man ja in seiner Rolle, hat im Idealfall unglaublich viel zu tun und hat daher keine Zeit, so gern man es auch möchte, mit guten Freunden, die man schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr gesehen hat, ein paar ausführlichere Worte zu wechseln. Weil es uns aber besonders wichtig ist, dass man auf der Phoenix auch außerhalb des Spiels Freundschaften pflegt, treffen wir uns traditionell im Frühjahr zu Speis und Trank, Spiel gibt es dann keines. Stattdessen blicken wir sentimental zurück auf das, was hinter uns liegt und blicken gespannt auf das, was uns noch bevorsteht. Wir planen und diskutieren, vor allem aber haben wir eine Menge Spaß, spielen komische Spiele, essen ungesundes Zeug und trinken bis wir nicht mehr durstig sind.
Obwohl das Phoenix-Treffen grundsätzlich ein Mitglieder-Treffen ist, haben wir für Freunde der Gruppe immer ein Plätzchen frei *hint, hint* Am Freitag gibt es einen zwanglosen Spieleabend, der, je nach Zahl der Übernachter, in eine kuschelige Pyjama-Party münden dürfte. Samstag ist dann der große Kerntag, da gibt es den ganzen Tag lang Spannung, Spaß und Schokolade. Am Sonntag klingt das Wochenende bei gemütlichem Brunch aus.
Solltest du dich bei der Bezeichnung “Freunde der Gruppe” angesprochen gefühlt und nächste Woche Zeit und Lust haben, wäre es günstig, wenn du dich kurz per E-Mail melden könntest, damit organisatorische Dinge wie Übernachtung, Reservierung bei Brunch, etc. geplant und besprochen werden dürfen.
Phoenix flieeeeg!
Informationen zur Phoenix gibt es auf www.phoenix-larp.de
