Archiv für Mai 2007

PostHeaderIcon Alles Idioten – nur ich nicht!

Leider gibt es Menschen, die immer dann, wenn ihnen in einer Diskussion die Argumente ausgehen, beleidigend werden. Da wird schnell mal jeder, der nicht ihrer Meinung ist, zum “Idioten” oder gar “Vollidioten”. So geschehen…. bei 9LIVE. Im letzten Beitrag dieses Blogs ging es um die Berichte über die zweifalhaften Methoden hinsichtlich des so genannten “Hotbutton” (oder “Hot Button”, weil “Heißer Knopf” zu langweilig klingt). Ein Moderator des Senders sah sich daraufhin genötigt, eine “Gegenoffensive” zu starten (und zum wiederholten Male steigen bei diesem Begriff im Hinterkopf die unsäglichen Worte auf: “Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen…”). Der Inhalt der Gegenoffensive, die Moderator Robin Bade startet? Alles Idioten! Wer glaubt, da gehe etwas nicht mit rechten Dingen zu – alles Idioten! Nein, Vollidioten. Und mit Vollidioten kann man nicht reden. Warum also mit ihnen reden, wenn man so schön über sie schimpfen kann?

Einen Großteil des Textes sowie einen Link auf ein Video hat Stefan Niggemeier hier veröffentlicht, call-in-tv.de hat Meldungen zur neuesten Entwicklung auf dem Call-In-TV-Markt hier und DWDL.de stellt hier den interessanten Vergleich zwischen Bades Worten und den säuselnden Versprechungen einer Sekte her.

PostHeaderIcon Die Wandlung des Sumpfs

Nachdem ich die Geschichte “Meine Begegnungen am Sumpf” in diesem Blog veröffentlicht hatte, habe ich einige sehr positive Rückmeldungen erhalten. Und manche fragten mich, ob denn der Sumpf keine Möglichkeit hat, sich zu wandeln. Doch, natürlich hat er die. Und gerade heute habe ich durch Zufall eine Geschichte gefunden, die ich sehr passend finde. Da sie nicht von mir ist, gebe ich sie hier nicht wieder, sondern verweise auf eine andere Webseite, wo sie unter dem Titel “Der Felsen und der Sumpf” zu lesen ist (es sind zwei Geschichten auf dieser Seite, die vom Felsen und vom Sumpf ist weiter unten).
Bevor Sie hier weiterlesen, gehen Sie bitte zuerst auf diese Seite und lesen sich die Geschichte durch. Sie ist kurz und prägnant. Anschließend können Sie hierher zurückkehren, denn im Folgenden will ich etwas auf diese Geschichte eingehen.

Der Sumpf, den ich in meiner Erzählung beschrieben habe, ist etwas anders als der in dieser Geschichte, er lässt sich nämlich nicht auf andere ein. Insofern ähnelt er eher dem Fels. Möglicherweise erleben wir hier zwei Formen der Wandlung. Der Sumpf aus meiner Geschichte wird sich zum Felsen wandeln, da er immer härter wird. Er lässt sich nicht auf andere ein. Auch nicht auf die Bäche aus der anderen Geschichte. Also kommt kein frisches Wassser in den Sumpf, keine frischen Gedanken und Ideen. Der Sumpf erstarrt und erhebt sich als Felsen über die Landschaft.
Anders ist der Sumpf aus der anderen Geschichte, er ist offen und begrüßt die zwei Bäche, die zu ihm fließen. Und im Zuge seiner Offenheit wandelt er sich zu einem See, und immer mehr Lebewesen suchen seine Nähe. Durch die Offenheit wandelt sich sowohl der Sumpf als auch der Bach. An dem Fels jedoch würde der Bach abprallen. Der Bach wäre gezwungen, sich zu wandeln, während der Fels sich gar nicht wandelt. Diese Beziehung ist gänzlich anders, es herrscht kein Austausch, zumindest nicht auf der gleichen Ebene, denn während die Wandlung des Sumpfes zum See in einem relativ kurzen Zeitraum abläuft, bräuchte der Bach Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte, um merkliche Spuren an dem Fels zu hinterlassen. Und diese wären im Vergleich zur Wandlung des Sumpfes minimal.

Jeder hat es in der Hand, am stetigen Wandel in der Welt teilzunehmen oder sich diesem zu verweigern. Bei letzterem darf man sich dann aber nicht wundern, wenn jemand – so wie der Bach zum Fels – sagt: “Ich will nicht Dein Freund sein.” Wandel heißt aber nicht, dass man sich selbst völlig aufgeben muss. Ein See ist immer noch ein Gewässer, genauso wie ein Sumpf. Und es heißt auch nicht, dass man mit Jedermann befreundet sein muss. Das geht nicht. Man muss das rechte Maß finden, das ist die Schwierigkeit. Der Fels aus der zweiten Geschichte verlangt nur von den anderen die Wandlung, damit sie zu ihm passen. Er denkt, umgekehrt muss es nicht sein. Entweder die anderen passen oder nicht. Deswegen ist er am Schluss einsam.

Auf der Seite mit der Geschichte vom Fels und vom Sumpf findet sich noch eine andere, “Die Schwertlilie”. Diese hat ein interessantes Schlusswort, das auch auf diese Geschichte passt, denn es geht im Grunde um die Unkenntnis über andere, deswegen möchte ich dieses zum Abschluss hier zititeren:

“Die Hochmütigkeit und das Gefühl der Minderwertigkeit sind Geschwister. Sie entstehen aus Unkenntnis seiner selbst und der Umwelt.”

PostHeaderIcon “Ich werd’ bekloppt! Der Hotbutton kann jederzeit zuschlagen! Rufen Sie jetzt an!”

“Mein Gott, so viel Geld! Für nichts! Einfach fürs Anrufen! Jederzeit kann der Hotbutton zuschlagen! Rufen Sie an! Jetzt! Das kann doch nicht so schwer sein! Ergänzen Sie die fehlenden Buchstaben zu einem sinvollen Begriff!” Und während der Moderator beinahe einen Herzinfarkt bekommt – zumindest macht es den Eindruck -, fällt der Blick des zufällig bei 9Live vorbeizappenden Zuschauers auf eine so genannte “Flipchart”, auf der Folgendes steht:

“FERNSE_SENDER”

Was ist nur aus tm3 geworden? Erinnert sich noch jemand an den Namen? “tm3″ war einmal ein Fernsehprojekt. Offenbar war es aber nicht lukrativ genug, so dass man sämtliche Programminhalte kippte und den Namen änderte. Ja, man veranstaltete sogar einen Wettbewerb. Die Zuschauer sollten sich einen neuen Namen ausdenken. Bedingung: In dem Namen soll die Ziffer “9″ vorkommen. Stefan Raab machte darauf in seiner Sendung “TV TOTAL” einen Aufruf, möglichst viele Leute sollen doch den Vorschlag “SCH**SSE HOCH NEUN” einsenden, denn die Ankündigung des neuen Senders war, dass der Vorschlag mit den meisten Stimmen genommen wird. Ob das allerdings so stimmte oder ob der Name “9Live” bereits feststand und der Wettbewerb nur ein Marketing-Gag war, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen.

Doch eines lässt sich heute nachvollziehen, und das sind die Methoden des Senders. Manchem von uns ist es bestimmt auch schon mal merkwürdig vorgekommen, dass man beim Vorbeizappen auf dem Sender eine Situation sieht, wie sie ganz oben beschrieben ist – und wenn man eine Stunde später wieder vorbeizappt, stellt man fest, dass das geheimnisvolle Wort hinter “FERNSE_SENDER” immer noch nicht gefunden wurde. In letzter Zeit mehren sich allerdings Hinweise darauf, dass das, was bisher nur vermutet wurde, doch zu stimmen scheint. Gerade der so genannte “Hotbutton”, bei dem die Moderatoren den Eindruck erwecken, hierbei handele es sich um einen mechanischen Zufallsgenerator der wirklich “jederzeit zuschlagen” könne, entlarvt sich durch Aussagen von Mitarbeitern und nicht zuletzt eine Panne bei 9Live als Gerät, das von einem Redakteur aus Fleisch und Blut gesteuert wird und dass der “heiße Knopf” immer dann “zuschlägt”, wenn gerade besonders viele Zuschauer anrufen.

Seit einiger Zeit beschäftigt sich auch der Medienjournalist Stefan Niggemeier mit 9LIVE. Sei es, dass er an das 2000-Tage-Jubiläum des Senders erinnert und kritische Fragen stellt (siehe hier) oder für einen Artikel der FASZ recherchiert und nochmal Fragen stellt (siehe hier) bezüglich der Transparenz der Gewinnspiele und ihrer Auflösung. Nun geht das Schauspiel – oder sollte man sagen, das Drama – um 9LIVE in eine neue Runde. Neben Niggemeier und einigen anderen Print-Journalisten ist unter anderem das Magazin “PlusMinus” der ARD auf die Methoden des “Call-In-Senders” aufmerksam geworden und berichtete kritisch darüber. Inzwischen gibt es sogar eine eigene Webseite, www.call-in-tv.de, die sich kritisch mit solchen Sendern auseinander setzt, und die auch schon einiges aufgedeckt hat.

Auf den neuesten Stand der Entwicklung bringt Stefan Niggemeier den Leser im aktuellsten Beitrag über 9LIVE, “Die Lügen und die Wahrheit“. Er nimmt einige Äußerungen von Geschäftsführern des Senders unter die Lupe und stellt sie in den Kontext seiner unzähligen Berichte in seinem Blog. Auch die Filmausschnitte, die call-in-tv.de archiviert hat und das abgekartete Spiel vor laufender Kamera zeigen, werden nicht ausgespart. Eine lesenswerte kleine Reise in den Abgrund, in dem mit den Hoffnungen von Zuschauern auf einen Gewinn gespielt wird und die Regeln dabei nach Gutdünken uminterpretiert werden.

Leider wirft einer der Kommentatoren des Berichts auf, was das Problem an solchen Artikeln ist: Jene, die sie lesen sollten, also die, die ständig bei den Gewinnspielen anrufen (im “PlusMinus”-Bericht taucht beispielsweise ein Rentner auf, der sich beschwert, 3.100 Euro Telefonkosten für 300 Anrufe zu haben), lesen keine Blogs, viele haben vermutlich nicht einmal einen Internetanschluss. Aber auch wenn Stefan Niggemeier und andere sowas wie Rufer in der Wüste sein mögen, das schmälert ihre Botschaft nicht im Geringsten.

In diesem Sinne: “Hart und entbehrungsreich ist das Leben in der Wüste; doch wahrlich, ich sage Euch: Geht in die Wüste und ernährt Euch vom Sand…” (aus “Monty Python’s Das Leben des Brian”)

PostHeaderIcon "Das Erbe der Kassetten-Kinder" von Annette Bastian

“Was bedeuten denn die drei Fragezeichen auf Eurer Karte? Man könnte ja meinen, dass Ihr Euren eigenen Fähigkeiten nicht traut?”
(Eine Reaktion auf die Visitenkarte des Detektiv-Trios “Die drei ???”)

Nachdem ich mit “Das Labyrinth des Bösen” bereits eine Hörspielreihe rezensiert habe und es so aussieht, als könnten demnächst noch mehr Hörspiele dazukommen, möchte ich mich heute dem Phänomen “Hörspiel” generell widmen, und das mit einer Rezension über ein Buch, das nicht nur Hörspiele, sondern auch ihre Anfangszeit und den ersten großen Erfolg unter die Lupe nimmt: “Das Erbe der Kassetten-Kinder” von Annette Bastian. Leider ist die komplette Auflage des Buches inzwischen wohl ausverkauft, aber Einzelstücke gibt es immer noch hier und dort und wer eines findet, dem kann ich es nur empfehlen.

Wie der Titel schon sagt, geht es hierbei um so genannte “Jugend-Hörspiele” der 1980er Jahre, und der Untertitel “…ein spezialgelagerter Sonderfall” verrät dem Kenner, dass vorwiegend Hörspiele von EUROPA im Fokus der Autorin stehen (der Satz stammt aus einem Hörspiel der “Drei ???”, in dem Justus gebeten wird, sich unkompliziert auszudrücken). Doch bevor wir in die Welt von bestimmten Serien gezogen werden, erläutert die Autorin, dass sie selbst Kassetten-Kind ist und dass viele von diesen ein gemeinsames Schicksal teilen, nämlich dass sie sich irgendwann zu alt fühlten für die “Kinder-Hörspiele”. Also landeten die Hörspiele auf dem Flohmarkt – heute vermutlich bei eBay. Dann kam eine zeitlang nichts, bevor man sich an die Helden der Kindheit wieder erinnerte und die Schätze von damals wiederhaben wollte. Dazu machte sich Annette Bastian wiederum auf die Flohmärkte auf, um jenen Kindern, die sich nun “zu alt” fühlten, ihre gesammelten Werke abzukaufen.

Als nächstes wird die Geschichte vom Aufstieg der Hörspiele nachvollzogen, die unmittelbar mit dem Erfolg des Kassettenrekorders zusammenhängt. Am Anfang gab es Hörspiele auf Langspielplatte, die hatten ihren Preis. Doch mit der billigeren Audio-Kassette wurde das Medium “Hörspiel” massentauglich. Hinzu kommt, dass es zu dem Zeitpunkt, ab Ende der 1970er, die Videorekorder noch nicht so verbreitet waren und Hörspiele eigentlich die einzige Möglichkeit waren, Lieblingsgeschichten so oft wie möglich wieder zu erleben – und das noch dazu zu jedem gewünschten Zeitpunkt. So wurd es beinahe schon obligat, dass es Hörspiele zu gewissen Kinofilmen gab. Aber immer mehr gab es eigenständige Produktionen.

Zum richtigen Zeitpunkt dann kam eine Serie heraus, deren Erfolg bis heute ungebrochen ist: “Die drei ???”. Eigentlich eine Roman-Reihe des amerikanischen Autors Robert Arthur, wurde sie in den USA unter der “Schirmherrschaft” von Alfred Hitchcock herausgegeben, der in den Roman auch persönlich auftauchte. In der deutschen Übersetzung der Bücher ging man sogar noch weiter: Immer wenn die Schrift kursiv wurde und am linken Rand das kleine Schwarz-Weiß-Bild von Hitchcock zu sehen war, sprach der Regisseur persönlich zum Leser mit so unvergesslichen eloquenten Kommentaren wie “Die Märchen der Gebrüder Grimm scheinen in Amerika nicht sonderlich gut bekannt zu sein. Wie steht’s denn mit Euch” (aus “Der Superpapagei”) oder “Eine Anmerkung für alle, die nicht Englisch können: ‘Clock’ ist das englische Wort für ‘Uhr’.” (aus “Der seltsame Wecker”). In der Hörspielfassung ging man soweit, dass die ganze Geschichte gar von Hitchcock persönlich in der Gestalt des Schauspielers Peter Pasetti erzählt wurde. Und das sogar nach dem Tod des realen Alfred Hitchcock am 29. April 1980.
Die Hauptfiguren sind die Jugendlichen Justus Jonas (Original “Jupiter Jones”), Peter Shaw (Original “Peter Crenshaw”) und Bob Andrews. Sie eröffnen mal eben so ein Detektivbüro und bieten ihre Dienste an. Leider wird, ganz im Gegensatz zur Buchreihe, in der Hörspielreihe nicht erzählt, wie die drei Detektive Alfred Hitchcock kennenlernten, aber er fungiert in den ersten Fällen hin und wieder als Auftraggeber oder vermittelt potentielle Kunden an sie.
Ein gelungener Marketing-Schachzug war die Übersetzung des Titels ins Deutsche, im Original lautet er recht einfach “The Three Investigators”, also “Die drei Detektive”. Im Deutschen wurde ihr Markenzeichen, das Fragezeichen, zum Titel, und mit “Die drei ???” zog man allein dadurch schon Aufmerksamkeit auf die Bücher, weil sich jeder fragte, wie das wohl ausgesprochen wird (“die drei Fragezeichen”? Oder vielleicht doch “die Drei-i-i???”, mit besonderer Fragebetonung, wegen der drei Satzzeichen?). Die Titel selbst waren am Anfang immer mit dem Namen der Reihe verbunden, also “Die drei ??? und der Karpatenhund”. In späteren Folgen sah man davon ab, einige Titel bestehen sogar nur noch aus einem Schlagwort (zum Beispiel “Toteninsel” oder “Rufmord”).
In den vergangenen Jahren musste die Serie dann einige Änderungen mitmachen. Eine sehr große war die Neuproduktion der Hintergrundmusik, da EUROPA dem Komponisten Carsten Bohn jahrelang die Tantiemen vorenthalten hatte.
Die zweite große Änderung trat mit einem Streit zwischen BMG Miller und dem Verlag, der die “Drei ???”-Bücher in Deutschland verlegte, ein. Seither gibt es zwei Serien, die “Drei ???” im Buch und eine Hörspielreihe mit dem Titel “DIE DR3I”.

Der zweite große Komplex des Buches geht um die “Konkurrenz aus dem eigenen Haus”: TKKG. Die Hörspiele entstanden nach der Buchreihe von Stefan Wolf, einem Pseudonym des Autors Rolf Kalmuczak, der leider am 10. März diesen Jahres verstorben ist.
Während die “Drei ???” es meistens mit sehr gruseligen Fällen zu tun hatten, die auf den ersten Blick übernatürlich wirkten (Geisterschloss, schreiender Wecker, flüsternde Mumie), um am Schluss dann – mit der Ausnahme des so genannten “Bergmonsters” – als Gaunerei entlarvt zu werden, waren es bei TKKG eher “bodenständige Fälle” um Diebe, Hehler, Drogendealer, Epresser und ähnliche jenseits von Recht und Ordnung stehende Individuen. Auch spielte die Serie nicht in Amerika, sondern in einer namentlich nicht näher genannten Großstadt in Deutschland. Haupthelden sind die Teenager Tarzan (später Tim), Karl, Klößchen und Gabi – daher “T K K G” -, Schüler einer Internatsschule. Während Tarzan und Klößchen “Interne” sind (das heißt, sie wohnen auch im Internat), sind Karl und Gabi “Externe”. Und wie es der Zufall so will, ständig laufen den Vieren irgendwelche Verbrecher über den Weg.

Anhand von TKKG und auch im Vergleich zwischen TKKG und den “Drei ???” macht die Autorin verschiedene Klischees aus, so dass in beiden Serien (und auch in anderen Reihen) mindestens eine Hauptfigur Waise, zumindest aber Halbwaise ist. Auch die Darstellung der Charaktere, die teils überzogenen “Gutmenschen”, die ihr Verhalten nie in Frage stellen, auf der einen und die “Bösewichte” auf der anderen Seite. Die fragwürdige Darstellung von Minderheiten kommt genauso zur Sprache wie die Frage, warum in den “Fünf Freunden”, der Serie von Enid Blyton, die ja in England spielt, ein Amerikaner Deutsch mit deutlichem englischen Akzent spricht oder warum Timmy, der Hund der “Fünf Freunde”, immer nur auf zwei Arten bellt. Auch die grundlegende Frage wird gestellt, warum Kindern wie den “Fünf Freunden”, den “Drei ???” oder auch “TKKG” immer so spannende Sachen passieren, und warum beispielsweise die “Drei ???” kaum Zeit in der Schule zu verbringen scheinen.

Ich habe hier die zwei Serien aus dem Buch herausgenommen, die ich selbst seinerzeit gehört und gelesen habe und die auch die Bekanntesten sind. Aber Annette Bastian wirft auch kritische Blicke auf “Fünf Freunde”, “Hui Buh”, “Hanni und Nanni”, “Funk Füchse”, “Detektiv Kolumbus und Sohn”, “Tom und Locke”, “Captain Blitz”, “Scotland Yard” und mehr. Zuletzt geht sie dem Phänomen selbst nach und versucht zu enträtseln, warum ausgerechnet in Deutschland die Hörspiele so erfolgreich wurden, dass beispielsweise in Amerika seit den 1980er Jahren keine Bücher mehr von den “Drei ???” geschrieben werden, ihr Ruhm in Deutschland aber ungebrochen fortbesteht.

Das Buch ist sehr lesenswert, da man einiges über “alte Bekannte” erfährt und auch ein paar “Macher” zu Wort kommen (wie beispielsweise Andreas Fröhlich, Darsteller und Sprecher von Bob Andrews in den “Drei ???”, der unter anderem auch für die deutsche Synchronisation der “Herr der Ringe”-Filmtrilogie verantwortlich war und dort selbst Gollum sprach). Leider gibt es das Buch bei vielen Händlern nicht mehr, aber wie gesagt, womöglich findet man noch Einzelstücke hier und da. Denn: Kassettenkinder sind überall. Der Beweis? Wer von den geneigten Lesern kann mir die Antwort auf die folgende Losung geben?

Dunkel ist die Nacht…

Über die “Drei ???”, respektive “DIE DR3I” gibt es eine ausführliche und sehr schön gemachte Fanseite unter www.rocky-beach.com.

Noch mehr Informationen gibt es auf der Homepage zum Buch, http://www.kassettenkinder.de/.

“Das Erbe der Kassettenkinder” bei AMAZON.de

PostHeaderIcon 20 Jahre "Das Phantastische Projekt"

Am heutigen Tag vor 20 Jahren fanden sich zum ersten Mal ein paar Leute zusammen, die sich vornahmen, ein eigenes Science-Fiction-/Fantasy-Projekt ins Leben zu rufen. Unglaublich, wie die Zeit vergeht. Wir werden diesen Jahrestag auch noch gebührend würdigen, wollen die Leser in unserem Blog aber nicht mit alten Geschichten langweilen, noch dazu, da diese sowieso auf unserer Seite aufgeführt sind.
Wir wollten es nur der Vollständigkeit halber erwähnen. Denn heute ist ja auch noch Muttertag, ein Tag, der genauso gewürdigt gehört.
In diesem 20. Jahr werden wir ein paar Aktionen machen, über die wir hier in unregelmäßigen Abständen berichten werden. Auch unsere “Projekt X”-Sache geht natürlich weiter. Was wir jedoch heute schon getan haben: Wir haben anlässlich des Jubiläums die Counter zurückgesetzt auf “0″. Auf diesem Blog in der linken Spalte ist ein Counter, der alle Zugriffe hier zählt. Auf der Hauptseite unseres Projekts befindet sich ein separater Counter. Beide fangen ab dem heutigen Tag wieder am Anfang an. Und dann mal sehen, was die Zukunft bringt.

PostHeaderIcon Ein Satz zum Thema…

…oder besser gesagt, zwei Zitate zum Thema “Präventivstaat in Aktion” betreffend die Razzien gegen G8-Kritiker (Bericht auf Telepolis siehe hier):

Verehrtes Publikum, jetzt kein Verdruss:/ Wir wissen wohl, das ist kein rechter Schluss./ Vorschwebte uns: Die goldene Legende./ Unter der Hand nahm sie ein bitteres Ende.”
(Der gute Mensch von Sezuan)

Wäre es da/ Nicht doch einfacher, die Regierung/ Löste das Volk auf und/ Wählte ein anderes?”
(Die Lösung)

Beide Zitate stammen von Bertolt Brecht.

PostHeaderIcon Neue Auktionen: Sammlerstücke abzugeben

Am 13. Mai 2007 feiert das Phantastische Projekt sein 20jähriges Jubiläum. In 20 Jahren haben sich einige Sachen angesammelt, die man schon als Sammlerstücke bezeichnen darf. Einige davon wollen wir per eBay abgeben. Lesen Sie hier etwas über die Artikel und wenn Sie Interesse haben, klicken Sie einfach den Link an und bieten Sie mit! Der jeweilige Link führt Sie direkt auf das Angebot von www.ebay.de .

EUROPA-PARK Videos
Der Europa-Park ist Deutschlands größter Freizeitpark. Seit den 1980ern lässt er eigene Videos produzieren, die eine lebendige Erinnerung an den Parkbesuch sein sollen. Was wir anzubieten haben, hat aber schon einen Hauch von Nostalgie. Es handelt sich um insgesamt drei Videos im Set, eines vom Ende 1980er / Anfang 1990er Jahre, eines von Mitte der 1990er und eines vom Ende der 1990er. Nicht nur dass man anhand der Videos die Entwicklung des Parks ein Stück weit nachvollziehen kann, sie zeigen auch das “alte Gesicht” und wie manche Attraktionen früher mal aussahen.
3 EUROPA-PARK Videos – Klicken Sie hier!

Comic-Sammlung “Die Sturmtruppen”
Franco Bonvicini, genannt “Bonvi”, hat mit “Die Sturmtruppen” ein einmaliges Satirewerk geschaffen. Angesiedelt in den Schützengräben des 2. Weltkriegs lässt er seine Sturmtruppen mit verschiedensten Problemen kämpfen, auch mit Themen, die heute aktuell sind, wie Umweltverschmutzung. Meistens jedoch geht es um die Inkompetenz höherer Führungskräfte, die die einfachen Soldaten ausbügeln müssen. Doch Bonvi nimmt auch die Vergangenheit seines Heimatlandes Italien auf die Schippe, indem er den “kühnen Verbündeten Schussolini” auftreten lässt, ein Geschäftemacher und Feigling vor dem Herrn.
Die Sammlung, die versteigert wird, umfasst 19 Comic-Bände. Es handelt sich dabei um die Originalausgabe im Design der 1980er Jahre.
19 Comics “Die Sturmtruppen” – Klicken Sie hier!

Sammlung Original MAD
Zum Thema MAD fällt einen zuerst Alfred E. Neumann ein, dann Namen wie Don Martin, I. Astalos oder Dave Berg. Unter der Führung von Herbert Feuerstein (vor seiner Zeit als Sketch-Partner von Harald Schmidt) entstand das erste “Deutsche Mad” von Ende der 1960er bis in die 1990er Jahre. Aus diesen Zeiten sind Hefte in zwei Auktionen abzugeben.
Die erste Auktion betrifft insgesamt 21 Hefte der Original-Serie, die Nummern 59 – 79 aus den 1970er Jahre. Ein Dachbodenfund, aber die Hefte sind noch in gutem, lesbaren Zustand.
21 Hefte Original-”MAD” – Nr. 59 – 79 – Klicken Sie hier!
Die zweite Auktion ist ein Sammel-MAD aus den 1980er Jahren. “Sammel-MADs” waren vier alte Hefte, zu einem neuen Buch zusammen gebunden. In diesem sind die Hefte 140 bis 143 enthalten und es ist in gutem Zustand.
Sammel-MAD – Klicken Sie hier!

PER ANHALTER DURCH DIE GALAXIS – DVD-Set
Douglas Adams’ Tour de Force, auf die er seine Helden Arthur Dent und Ford Prefect in Hörspiel und Büchern geschickt hat, erleben Sie hier in ihrer ersten Filmbearbeitung. Es handelt sich dabei um die Serie der BBC, die in 6 Episoden die Geschichten “Per Anhalter durch die Galaxis” und “Das Restaurant am Ende des Universums” verarbeitete. Die Episoden sind auf 2 DVDs mit einigem Zusatzmaterial, untergebracht sind sie in einer Box im “Reiseführer-Design”.
PER ANHALTER DURCH DIE GALAXIS – Klicken Sie hier!

RAUMPATROUILLE ORION – ALPHA-Box
Zur Serie “Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffs ORION” muss eigentlich nicht mehr viel gesagt werden. Anlässlich einer Kino-Neuveröffentlichung wurde 2003 wurde die große ALPHA-Box herausgebracht, mit allen Folgen auf DVD sowie dem Film “Rücksturz ins Kino”, Soundtrack-CD und anderem Zubehör. Leider ist die Box, die hier angeboten wird, nicht mehr ganz vollständig, ein Teil des Zubehörs fehlt. Aber die Filme sind komplett vorhanden.
RAUMPATROUILLE ORION Alpha-Box – Klicken Sie hier!

So viel zu den Sammlerstücken. Sollten Sie ein Bastler sein, interessiert Sie möglicherweise das Schnurlostelefon, das auch noch abzugeben ist.

Viel Erfolg beim Bieten!

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